Die monatlichen Ausgaben für den gesamten Konsum – oft schlicht Lebenshaltungskosten genannt – summierten sich im Durchschnitt auf 3.257 Euro. Zum Vergleich: Zwei Jahre zuvor flossen lediglich 8,6 Prozent und rund 245 Euro (bei durchschnittlichen Gesamtausgaben von 2.846 Euro) in Freizeit, Kultur und Sport.
In diesen Bereich fallen so unterschiedliche Dinge wie Freizeit-, Sport- und Spielartikel, Bücher, Zeitschriften, Instrumente, Kurse, Eintrittskarten oder Vereinsgebühren. Aber auch Gartenbedarf, Haustiere oder Pauschalreisen werden in dieser Kategorie mitgezählt – erstaunlich, wie breit das Spektrum hier ist.
Trotzdem bleibt das Wohnen weiterhin mit Abstand der größte Kostenfaktor: Über ein Drittel, nämlich 36,3 Prozent des Budgets, wandert ins Dach überm Kopf sowie Energie und Reparaturen. Danach folgen Lebensmittel mit 14 und der Verkehr mit 13,8 Prozent. Fast jeder zehnte Euro wird dem Freizeitbereich zugeordnet – kein Pappenstiel.
Je nach Einkommen variiert der Anteil: Wer mit weniger als 1.300 Euro im Monat auskommen muss, gibt 'nur' 5,7 Prozent (76 Euro) für Freizeit usw. aus. Bei den Gutverdienern (mindestens 5.000 Euro pro Monat) sind es satte 10,7 Prozent oder 545 Euro. Auch die Haushaltsform macht einen Unterschied: Singles investieren am wenigsten in Freizeit (8,3 Prozent), Paare ohne Kinder hingegen mit 10,1 Prozent am meisten. Alleinerziehende und Familien-Paare liegen fast gleichauf, beide knapp unter zehn Prozent. Manchmal frage ich mich, ob das Bedürfnis nach Ausgleich mit Kindern steigt – oder ob schlicht die Möglichkeiten wachsen, es sich zu leisten.
Was man daraus lernen kann? Lebenskosten bleiben hoch, aber die Lust, sich Freizeitaktivitäten zu gönnen, wirkt ungebrochen. Menschen scheinen den Ausgleich und das Vergnügen trotz – oder gerade wegen – steigender Preise weiterhin zu schätzen. Wer weiß, vielleicht steckt da auch ein stiller Protest gegen Stress und Unsicherheit drin, so im Kleinen.
Private Haushalte in Deutschland schöpfen laut Destatis vermehrt aus dem Vollen, wenn es um Ausgaben für Freizeit, Sport und Kultur geht: Im Jahr 2024 erreichen die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben in diesem Segment 309 Euro, also 9,5 Prozent des Gesamtkonsums. Im Vergleich zu 2022, wo dieser Anteil noch bei 8,6 Prozent lag, ist der Anstieg beachtlich, was möglicherweise auf Nachholeffekte nach der Pandemie und einem gestiegenen Bedürfnis nach Ausgleich hindeutet. Trotz gestiegener Preise – etwa für Energie und Lebensmittel – bleibt der Anteil für Vergnügen und soziale Aktivität beständig hoch, wobei Menschen mit höherem Einkommen deutlich großzügiger investieren und Haushaltsstrukturen, wie Alleinlebende oder Familien, sehr verschieden agieren.
Weitere Punkte aus aktuellen Recherchen: Laut aktuellen Medienberichten bleibt die Teuerungsrate bei Lebensmitteln und Energie hoch, was das übrige Haushaltsbudget insgesamt stärker beansprucht. Nichtsdestotrotz berichten zahlreiche Stimmen aus dem Einzelhandel und Kulturbereich von einer wieder gestiegenen Nachfrage nach Freizeit- und Kulturevents – viele Menschen investieren gezielt in kleine Auszeiten und Erlebnisse im Alltag (vgl. aktuelle Berichterstattung auf taz, Zeit, und Faz.Net). Interessant ist zudem, dass digitale Freizeitangebote und Streamingdienste erneut Zuwächse verzeichnen, was zeigt, dass sich Freizeitgestaltung weiterhin wandelt (t3n, Spiegel Online).