Siemens-CEO Roland Busch äußerte im Gespräch mit dem 'Handelsblatt', dass die deutsche Wirtschaft zunehmend an Wettbewerbsfähigkeit verliert und betonte die Dringlichkeit schneller Reformen. Anlass war der Baubeginn eines neuen Technologie-Campus in Erlangen, in den Siemens über eine halbe Milliarde Euro investieren möchte. Busch sieht dieses Projekt als Vorbild für 'Made for Germany' und betont, dass die Regierung nun dem Engagement der Wirtschaft mit tatkräftigen Strukturmaßnahmen begegnen müsse. Seiner Meinung nach bestehen die wirtschaftlichen Forderungen größtenteils im Einklang mit den Koalitionsvereinbarungen, die Umsetzung verlaufe jedoch viel zu schleppend. Insbesondere bedürfe es Reformen im Arbeitsmarkt und Sozialsystem, weil der Mittelstand unter hohen Kosten und vergleichsweise geringer Produktivität leidet. Probleme sieht Busch in zu vielen Krankheitstagen und zu wenigen Arbeitsstunden im internationalen Vergleich. Zudem kritisierte er, das Bürgergeld halte arbeitsfähige Menschen vom Arbeitsmarkt fern. Außerdem appellierte er, Mittel des Sondervermögens Infrastruktur ausschließlich für zukunftsweisende Investitionen einzusetzen anstatt zur Defizitdeckung.
Siemens investiert massiv in einen neuen Campus in Erlangen, um als Impulsgeber für eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie zu wirken. Roland Busch ruft die Bundesregierung zur raschen Umsetzung geplanter Wirtschaftsreformen auf und beklagt aktuell langsames Tempo, zu hohe Lohnnebenkosten und zu wenig produktive Arbeitszeit. In jüngsten Medienberichten spiegelt sich ebenfalls eine breite Diskussion zu schleppenden Strukturreformen und Innovationsförderung in Deutschland wider, wobei Unternehmen wie Siemens mit ihren Investitionen klare Signale setzen und die Politik auffordern, Hindernisse etwa beim Arbeitsmarkt, Regulierungen und bei der Nutzung von Zukunftsfonds abzubauen. Ergänzend berichten viele Medien über akuten Reformstau in Energie-, Digital- und Bildungswesen, die sinkende Attraktivität des Wirtschaftsstandorts, Forderungen nach Bürokratieabbau, beschleunigter Digitalisierung sowie eine besser verzahnte Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft.