Zwang war noch nie das Lieblingswort der Sozialdemokraten – auch in jüngster Zeit sieht sich die SPD nicht auf der Seite derer, die nach verpflichtenden Dienstjahren rufen. Felix Döring, der für das Thema innerhalb der Fraktion zuständige Politiker, brachte es im Gespräch mit der 'Rheinischen Post' ziemlich direkt auf den Punkt: Sie setzen lieber auf Motivation und Auswahl, als auf Zwang und Pflichtgefühl. Das Ziel? Freiwilligendienste so auszustellen, dass sie für alle jungen Menschen, nicht nur für jene mit dem passenden Elternhaus oder genug Geld, erreichbar sind. Döring weist auf einen ziemlich simplen, aber oft ignorierten Fakt hin: Es bewerben sich ohnehin mehr Jugendliche auf Freiwilligendienste, als überhaupt Stellen vorhanden sind. In so einer Lage schon vom Pflichtjahrsdebakel zu reden, klingt für ihn nach dem falschen Ende. Die SPD will also die bestehenden Angebote ausbauen, fairer gestalten und besser finanzieren – statt sich auf Debatten zu versteifen, die am Bedarf vorbeigehen. Was dabei betont wird: Es geht nicht darum, preiswerte Hilfskräfte für soziale Einrichtungen zu rekrutieren oder reguläre Jobs zu verdrängen. Vielmehr sollen die Freiwilligendienste junge Leute bereichern, ohne jemanden auszubeuten – und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger.
Die SPD spricht sich klar gegen verpflichtende Dienste für junge Menschen aus und will stattdessen die Freiwilligendienste massiv ausbauen und zugänglicher machen. Wichtig ist der Partei dabei, dass niemand aufgrund seiner Herkunft benachteiligt wird und die Rahmenbedingungen so verbessert werden, dass ein Freiwilligendienst auch wirklich für alle Jugendlichen attraktiv und machbar ist. In aktuellen Berichten vieler Medien, etwa der Süddeutschen Zeitung und Zeit Online, wird deutlich, dass die Debatte um Pflichtdienste vor allem in der Politik polarisiert: Während CDU-Politiker angesichts Personalmangels ein Pflichtjahr befürworten, argumentiert die SPD, dass der Trend eindeutig zur Freiwilligkeit geht und der Staat jungen Menschen mehr Wahlmöglichkeiten und Unterstützung bieten sollte.