Start des grünen Stahlprojekts in Duisburg auf 2029 vertagt

Thyssenkrupp muss seine Pläne zum klimafreundlichen Stahl in Duisburg um zwei Jahre verschieben. Grund für die Verzögerung sind Probleme bei der Projektplanung und dem Bau. Trotz Zeitverlust bleiben die Kosten laut Unternehmen stabil.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Verschobene Hoffnung in Duisburg

Wer auf den bahnbrechenden Start der Direktreduktionsanlage von Thyssenkrupp in Duisburg gehofft hatte, muss sich gedulden: Erst 2029 soll die Anlage grünen Stahl liefern – ganze zwei Jahre später als gedacht. Das ging jüngst aus neuen EU-Unterlagen hervor.

Stolpersteine in der Detailplanung

Laut Thyssenkrupp sorgt vor allem die aufs Kleinste ausgetüftelte Engineeringphase für Verzögerung. Gar nicht so ungewöhnlich bei der Premiere einer so innovativen Technik, ergänzte die EU-Kommission. Schon interessant, wie Technikbegeisterung und Realitätscheck hier kollidieren.

Förermillionen und der neue Zeitplan

Mit einer Finanzspritze von rund zwei Milliarden Euro im Rücken, gab der Konzern im Februar 2024 den Baustart frei. Ursprünglich sollte Duisburg schon 2027 Vorreiter für klimafreundlichen Stahl werden. Nun rückt die grüne Revolution in der Ruhrstadt etwas in die Ferne.

Salzgitter könnte Vorreiter werden

Die Karten werden neu gemischt: Statt Duisburg könnte nun Salzgitter zum Pionier für CO₂-armen Stahl in Deutschland avancieren. Deren Anlage in Niedersachsen ist angeblich ab nächstem Jahr einsatzbereit – das gibt den Nordlichtern einen Vorsprung.

Großbaustellen bringen Flexibilität

Wie tickt ein unrundes Großprojekt? Der Generalunternehmer SMS Group sieht Verschiebungen bei Ablauf und Umfang als fast schon zum Alltag gehörend. Immerhin: Thyssenkrupp denkt laut über Optionen nach, um wieder Tempo aufzunehmen – ein bisschen Hoffnung schwingt mit, auch wenn ein exaktes Datum offen bleibt.

Der Haken an grüner Technologie

Die Technik wirkt nahezu zukunftsträchtig: Direktreduktionsverfahren ersetzen den klassischen Hochofen und könnten in ein paar Jahren überwiegend mit grünem Wasserstoff laufen. Doch der Teufel steckt – mal wieder – im Detail: Ohne ausreichend Wasserstoff und Strom aus erneuerbaren Quellen bleibt viel Theorie, wenig Umsetzung.

Auswirkungen für Kunden und Branche

Mit der erneuten Verschiebung müssen Kunden aus dem Automobil-, Bau- und Maschinenbau noch länger auf größere Mengen klimafreundlichen Stahl warten. Immerhin bleibt es, so das offizielle Wort, bei den angesetzten Kosten. Für den Klimaschutz und die industrielle Transformation in Deutschland heißt das aber: Weiter Geduld.

Zusammengefasst

Das Duisburger Großprojekt für grünen Stahl verzögert sich um zwei Jahre, vor allem wegen Planungsproblemen und Bauverzögerungen im Zusammenhang mit der Komplexität der innovativen Technik. Damit übernimmt wohl zunächst die Salzgitter AG die Vorreiterrolle bei klimafreundlicher Stahlproduktion, denn deren neue Anlage soll – Stand jetzt – 2025 betriebsbereit sein. Thyssenkrupp betont zwar, die Kosten blieben konstant, doch die Branche und große Industriekunden müssen länger auf nachhaltige Lösungen warten. Ergänzend ist zu erwähnen, dass nicht nur die technische Umsetzung, sondern auch die Verfügbarkeit von grünem Wasserstoff und erneuerbarer Energie eine zentrale Rolle spielt – hier steht Deutschlands Infrastruktur vor Mammutaufgaben. Laut aktuellen Berichten aus den letzten zwei Tagen zeigen sich Branchenexperten zunehmend skeptisch, ob die ambitionierten Klimaziele für die Stahlindustrie ohne zeitnahe Inbetriebnahmen und bessere Rahmenbedingungen noch erreichbar sind. Überdies entfachen die Verschiebung und die Herausforderungen beim grünen Umbau der Industrie erneut Debatten über staatliche Förderung und internationale Wettbewerbsfähigkeit.

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