Studie zeigt: PtL-Kerosin im Flugverkehr – Fortschritt mit Haken

Pinkafeld – Strombasierter Flugtreibstoff aus Wasserstoff, CO₂ und erneuerbarer Energie – klingt nach der Zukunft der Aviation, oder? Eine wissenschaftliche Arbeit an der FH Burgenland zeigt: Das Potenzial ist da, doch uneingeschränkter Klimaschutz sieht anders aus.

heute 11:00 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn man sich die aktuellen Zahlen anschaut – 2025 sind satte 5,2 Millionen Flugreisen von Österreicher:innen gezählt worden, berichtet STATISTIK AUSTRIA. Gerade in Ferienzeiten boomt der Luftverkehr, und man fragt sich fast zwangsläufig: Geht das auch nachhaltiger? Der Student Benjamin Paul nahm sich dem Thema in seiner Bachelorarbeit an, im Fachbereich Energie- und Umweltmanagement der FH Burgenland. PtL-Kerosin – also jener synthetische Sprit, bei dessen Herstellung Wasser, Kohlenstoffdioxid und jede Menge Strom aufeinandertreffen – hat einen Vorteil: Es schleppt keinen neuen fossilen Kohlenstoff ins Spiel. Aber ist das schon die Rettung für’s Klima? Paul hat verschiedene Studien zur Klimabilanz von PtL-Kerosin gewälzt und deren Aussagen miteinander abgeglichen. Komplett eindeutig ist das Bild aber nicht. Eines steht fest: Nur weil PtL draufsteht, ist nicht automatisch alles grün. Entscheidend sind Herkunft des Stroms und woher das CO₂ eigentlich stammt. Kommt der Strom aus Kohle und das CO₂ aus industriellen Resten, bleibt die Klimabilanz ernüchternd. Ideal ist die Kombination aus erneuerbarem Strom (etwa Wind oder Sonne) und CO₂, das direkt aus der Luft gewonnen wird – dafür fallen die Emissionen am niedrigsten aus. Interessant: Paul weist darauf hin, dass Flugzeuge nicht nur CO₂ emittieren, sondern weitere Klima-Klops verursachen – wie Stickoxide, Ruß oder jene berüchtigten Kondensstreifen, die sich zu künstlichen Eiswolken aufblähen und das Klima zusätzlich aufheizen. Hier kann PtL-Kerosin tatsächlich punkten, weil es etwa weniger Ruß produziert und so das Problem der Kondensstreifen mindert. Aber: Die eierlegende Wollmilchsau ist es damit auch nicht. Denn wächst der Flugverkehr weiterhin um etwa fünf Prozent jährlich, so der Tenor der Bachelorarbeit und der Studienlage, reicht synthetischer Sprit allein nicht aus, um die ambitionierten Klimaziele einzuhalten. Fazit? PtL könnte den Luftverkehr ein Stück weit klimafreundlicher machen – aber das Ticket in eine wirklich nachhaltige Zukunft? Dafür braucht es mehr als neue Tanks. Übrigens: Wer sich für den Studiengang selbst interessiert – und für die Labore am Campus, die mit zu den modernsten in Österreich zählen – findet alle Infos dazu auf der Website der Hochschule Burgenland.

Die Bachelorarbeit von Benjamin Paul an der Hochschule Burgenland beleuchtet kritisch, inwieweit Power-to-Liquid-Kerosin als klimafreundliche Alternative im Flugsektor taugt. Das zentrale Ergebnis: Wirklich grün wird PtL-Kerosin nur dann, wenn sowohl Strom aus erneuerbaren Quellen als auch CO₂ direkt aus der Luft genutzt werden – andernfalls bleiben die Emissionsvorteile begrenzt. Der Luftverkehr verursacht neben CO₂ auch andere klimaschädliche Auswirkungen, etwa durch Kondensstreifen, die von Ruß und Stickoxiden verstärkt werden; PtL kann hier positiv wirken, doch angesichts des erwarteten Wachstums im Flugsektor muss zusätzlich am Flugverzicht und an anderen Klimastrategien gearbeitet werden. ---Zusätzliche Recherche (Stand 2024-06-24):--- 1. Laut einem aktuellen Artikel auf spiegel.de, diskutieren Branchen und Politik weiterhin die Rolle synthetischer Treibstoffe und deren begrenzte Verfügbarkeit; große Fluggesellschaften mahnen an, dass E-Fuels nicht kurzfristig den gesamten Bedarf decken können und drängen auf mehr politische Lenkung und Förderung (Quelle: Spiegel). 2. In der FAZ wird betont, dass der Produktionsaufwand für PtL-Kraftstoffe enorm hoch ist und bisher weltweit kaum industrielle Mengen produziert werden, was die Kosten und den tatsächlichen ökologischen Nutzen aktuell einschränkt (Quelle: FAZ). 3. Wie auf zeit.de zu lesen ist, warnen Experten davor, dass synthetischer Flugkraftstoff zwar technisch machbar, aber nur bei sehr strengem Einsatz erneuerbarer Energien sinnvoll ist; sie fordern zugleich eine umfassende Verkehrsvermeidung und Effizienzsteigerung, weil Klimaziele sonst kaum erreichbar sind (Quelle: ZEIT).

Schlagwort aus diesem Artikel