Im Interview mit der 'Welt' teilte der österreichische Oberst und Sicherheitsexperte Markus Reisner seine Sicht: Eine ganze Reihe von Hinweisen, die in Militärkreisen die Runde machen, spreche derzeit tatsächlich für eine Annäherung Richtung Waffenstillstand. Besonderen Einfluss hätte dabei die US-Regierung. Reisner meint, US-Präsident Trump stehe merklich unter Druck – insbesondere nach seinen Fehltritten im Umgang mit Iran. Ein militärischer oder diplomatischer 'Erfolg' im Ukraine-Krieg käme ihm vor den bevorstehenden Zwischenwahlen sehr gelegen. Deshalb, so Reisner, setze Trump nun Kiew und Moskau mit Nachdruck unter Druck, auf eine Waffenruhe zuzulaufen. Wie das in der Praxis aussieht? Die Amerikaner halten der Ukraine dringend benötigte Patriot-Flugabwehrsysteme vor – ein schmerzlicher Nachteil für Kiew, der Russland wiederum Spielraum gibt, seine Angriffe fortzusetzen. Auf der anderen Seite liefern die USA allerdings genau die Aufklärungsdaten und KI-Analyse-Tools, die die ukrainischen Streitkräfte dringend benötigen – auch für Operationen tief im russischen Hinterland.
In Bezug auf den mysteriösen Drohnen-Zwischenfall am Leipziger Flughafen macht Reisner noch eine weitere Tür auf: Natürlich deutet vieles auf Moskau als Drahtzieher, nicht zuletzt da eine solche Eskalation eindeutig im russischen Interesse wäre. Das sagt zwar auch der amerikanische Geheimdienst, trotzdem will Reisner die Möglichkeit nicht ausschließen, dass auch die Ukraine oder gar ein unabhängiger Akteur dahinter stehen könnte. Ein auffälliges Detail: Es gab keine Explosion. Für einen Analysten gelte es, alle plausiblen Szenarien im Blick zu behalten, meint Reisner. Letztlich werde es aber schwer bleiben, den wahren Urheber des Anschlagsversuchs sicher herauszufinden.
Markus Reisner, ein erfahrener österreichischer Oberst, sieht aktuell eine konkrete Chance für einen Waffenstillstand in der Ukraine innerhalb der nächsten Monate. Sein Standpunkt stützt sich sowohl auf militärische Indikatoren als auch auf politischen Druck durch die USA, wobei insbesondere die Dynamik um die Lieferung von Luftabwehrsystemen und geheimdienstlichen Informationen an die Ukraine eine zentrale Rolle spielt. Neue Recherchen und Einschätzungen aus den letzten Tagen berichten ebenfalls von zunehmender Erschöpfung beider Kriegsparteien, wirtschaftlichen Belastungen und internationalen Vermittlungsversuchen, besonders durch China und die Türkei, die in den Medien immer wieder als potenzielle Vermittler eines Friedensprozesses genannt werden.