Wenn man sich unter Unternehmern in Deutschland umhört, scheint der digitale Euro nicht gerade den Nerv der Wirtschaft zu treffen. Lediglich etwa sieben Prozent der befragten Unternehmen können sich überhaupt vorstellen, dass die Einführung dieser digitalen Zentralbankwährung für sie spürbare Vorteile bringen könnte. Das Gros, erstaunliche 77 Prozent, glaubt, es würde sich für sie so wenig ändern, dass es kaum der Rede wert ist. Immerhin stehen 17 Prozent der Firmen dem Ganzen sogar negativ gegenüber – warum genau, das bleibt nach den Ergebnissen der Umfrage zunächst im Dunkeln. Bemerkenswert: Die Befragung, die Anfang des Jahres vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim durchgeführt wurde, zog 800 Unternehmen aus Branchen wie Industrie, IT, Medien und wissensintensive Dienstleistungen heran. Immerhin kennt die Mehrheit (60 Prozent) mittlerweile überhaupt die Pläne der Europäischen Zentralbank zu diesem Vorhaben – ein leichter Anstieg im Vergleich zu früheren Erhebungen. Interessant finde ich: Knapp ein Drittel der Firmen meint, sie müssten wohl doch eigene Prozesse anpassen. Allerdings waren es vor einigen Monaten auch noch mehr. Für Vincent Rost, den Autor der Studie, ist klar: Die EZB hat es bislang nicht geschafft, die Betriebe wirklich für ihre Idee zu begeistern – die Kommunikation der Vorteile läuft offenbar noch ziemlich schleppend.
Die Skepsis gegenüber dem digitalen Euro hat verschiedene Gründe: Viele Unternehmen fürchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand, Unsicherheiten in Bezug auf Datenschutz und technische Implementierung. Laut der zitierten Studie sehen nur wenige Firmen Handlungsbedarf und die meisten erwarten keine oder gar negative Auswirkungen auf ihre Arbeitsabläufe. Neuere Debatten in Wirtschaft und Politik fokussieren zunehmend auf die IT-Sicherheit und die Frage, ob der digitale Euro tatsächlich praktische Vorteile gegenüber vorhandenen Zahlungssystemen bieten kann. Auf taz.de und faz.net gab es zuletzt Diskussionen über mögliche technische Herausforderungen sowie Bedenken aus der Finanzbranche, während die Bundesregierung abwartend auf die Pläne der EZB reagiert. In anderen Artikeln wurde auch das mangelnde Vertrauen in die Infrastruktur und eine gewisse Digitalisierungs-Müdigkeit angesprochen.