VdK fordert: Beamte sollen ins Rentensystem einzahlen – Debatte um mehr Gerechtigkeit

Der Sozialverband VdK macht Druck: Im Streit um die Zukunft der Rente verlangt der VdK, dass künftig auch Beamte zur gesetzlichen Rentenkasse beitragen – und sieht darin ein überfälliges Signal in Sachen Fairness. VdK-Präsidentin Verena Bentele hält die Sonderregelung für Beamte für nicht mehr zeitgemäß und will die Empfehlungen der Bundesregierung nachjustieren lassen.

heute 02:00 Uhr | 7 mal gelesen

Unsere Gesellschaft verlangt heute etwas anderes als früher: Nach wie vor sind Berufstätige mit Beamtenstatus in einem separaten Versorgungssystem abgesichert, und das bringt einige Absurdheiten zutage – zum Beispiel, dass sie am Ende fast doppelt so viel an Pensionsansprüchen haben wie gewöhnliche Rentnerinnen und Rentner. VdK-Präsidentin Verena Bentele redet nicht um den heißen Brei. Sie sagt, echtes Vertrauen in unser umlagefinanziertes Rentensystem kann nur wachsen, wenn wirklich jeder, egal ob Postbote oder Ministerialrat, einzahlt. Der Sachverständigenrat weist sogar darauf hin, dass die Rentenversicherung finanziell profitieren würde, wenn alle künftigen Beamten einzahlen müssten. Aus ähnlicher Richtung bläst der Sozialverband Deutschland ins Horn. Michaela Engelmeier, die Vorsitzende, macht klar: Nur mit einer breiten Beteiligung – also Einbeziehung auch von Selbstständigen, Abgeordneten und Beamten – wird das Rentensystem solidarischer und tragfähiger. Sie findet, bisher wurde dieser Fakt gern ignoriert. Interessanter Gedanke: Solange verschiedene Gruppen außen vor sind, bleibt gerechtes Verteilen im System schwierig. Zum Beispiel können niedrige Rentenansprüche immer noch auf relativ hohe Einkommen oder spezielle Lebensläufe treffen. Eine Rentenversicherung für alle – Bürgerversicherung genannt – sei daher so etwas wie das fehlende Puzzlestück. Die Bundesregierung, so Engelmeier, hätte sich klar für eine echte Erwerbstätigenversicherung aussprechen sollen, gerade um zu zeigen: Altersvorsorge ist ein Thema für die ganze Gesellschaft, nicht bloß für einzelne Gruppen.

Im Zentrum steht die Forderung, alle Erwerbstätigen gleichermaßen ins gesetzliche Rentensystem zu integrieren, vor allem auch Beamte, die bislang außen vor bleiben. Das würde nicht nur die wirtschaftliche Stabilität der Rentenversicherung auf lange Sicht stärken – Schätzungen zufolge könnte das den Rententopf bis weit in die 2070er Jahre entlasten –, sondern vor allem das Gefühl von Fairness und Solidarität in der Bevölkerung fördern. Beobachtenswert ist, dass sich die Opposition der Ministerien und vieler Beamtenverbände hält: Argumentiert wird mit möglichen Nachteilen für die Attraktivität des öffentlichen Dienstes und rechtlichen Hürden, die solche Reformen mit sich bringen könnten. In aktuellen Medienberichten wird das Thema erneut heiß diskutiert, mit Blick auf die steigende Belastung des Rentensystems durch den demographischen Wandel und neue Vorschläge zur Altersvorsorge wie die Aktienrente. Zeitgleich fordert der VdK konkret, die Beratungen zur Rentenreform umgehend um das Thema Integration aller beruflichen Gruppen zu erweitern. Die öffentliche Debatte wirft dabei auch Licht auf grundsätzliche Fragen: Wollen wir eine Altersvorsorge, in der sich jede und jeder wiederfindet – und wie weit gehen wir, um das zu erreichen?

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