Wagenknecht verschärft Ton gegenüber Thüringer BSW-Vertretern

Sahra Wagenknecht fordert vehement einen Kurswechsel vom Thüringer Landesverband ihrer BSW und geht auch mit bisheriger Koalitionspolitik hart ins Gericht.

heute 00:03 Uhr | 1 mal gelesen

Es rumort im BSW, und Sahra Wagenknecht lässt keinen Zweifel: Die Kooperation mit CDU und SPD in Erfurt sei schlichtweg untragbar geworden, so ihre Worte gegenüber dem 'Stern'. Ein Vorstandsbeschluss, so sinngemäß ihr Standpunkt, dürfe eben nicht nur ein Papier bleiben – nicht wenn zwischen Basis und Führung ohnehin die Fetzen fliegen. Wagenknecht fasst sich auch an die eigene Nase, spricht offen aus, dass gerade diese Regierungsbeteiligung das Vertrauen vieler Unterstützer gekostet hat. Sie hält den Koalitionskurs letztlich für ein Geschenk an AfD-Protagonisten wie Björn Höcke und Ulrich Siegmund – ein Vorwurf, der in Thüringen wie ein Donnerschlag wirken dürfte. An der BSW-Basis regt sich also Unmut, und laut 'Stern' kursiert die Idee eines Sonderparteitags, der im Herbst nicht nur für frischen Wind, sondern wohl auch für eine neue Landesspitze sorgen könnte. Schon 2025 hatte Wagenknechts Führung versucht, die bisherige Landeschefin Katja Wolf auszutauschen – allerdings erfolglos, was zeigt, wie tief offenbar die Gräben sind. Der Bundesvorstand forderte am Donnerstag unmissverständlich das Ende der Koalition mit der CDU unter Ministerpräsident Mario Voigt – per Umlaufbeschluss, ein Zeichen für Dringlichkeit. Wagenknechts Fazit: Das BSW dürfe sich nicht mehr mit Arrangements aufhalten, die dem Image schaden und rechtem Machtgewinn Vorschub leisten. "Keine Brandmauer-Koalitionen mehr – sie nützen eher der AfD, als dass sie sie schwächen", lautet ihr Credo. Offen bleibt indes, wie die Landespartei auf diesen offenen Machtkampf reagiert.

Die Kritik von Sahra Wagenknecht am Thüringer BSW findet vor dem Hintergrund der zunehmenden Unzufriedenheit an der Parteibasis statt, die mit der CDU/SPD-Koalition in Erfurt hadert. Ihre Forderung nach dem Bruch mit dieser Regierung ist besonders bemerkenswert, weil sie damit auch ein Risiko eingeht: Ein abruptes Ende der Koalition könnte Neuwahlen oder politische Instabilität nach sich ziehen – gerade in Thüringen, wo politische Mehrheiten brüchig und die AfD besonders stark ist. In aktuellen Medienberichten aus den letzten zwei Tagen wurde zudem betont, dass der Druck auf den Thüringer Landesverband auch nach außen dringt: Die öffentliche Debatte über die Glaubwürdigkeit von Koalitionen mit etablierten Parteien und mögliche Auswirkungen auf das Wählerverhalten sind zentrale Themen. Die BSW-Führung ist dabei nicht einheitlich; interne Machtkämpfe und der gescheiterte Versuch 2025, Katja Wolf zu entmachten, bestimmen ebenfalls das Bild. Laut 'FAZ' und 'Spiegel' beobachten auch politische Gegner und andere Parteien die Entwicklung aufmerksam, da ein Kurswechsel im BSW Auswirkungen auf die gesamte politische Landschaft Ostdeutschlands haben könnte.

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