Mal ehrlich: Wer denkt heute noch großartig über unsere Wasserstraßen nach? Für Bilger stehen sie plötzlich ganz oben auf der Agenda, weil sie – seiner Argumentation nach – den umweltfreundlichsten Transportweg darstellen. Er wünscht sich, dass das auch wirklich alle begreifen: "Die Wasserstraße verdient Unterstützung", betonte er gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Nur, sobald wieder ein Sommer das Wasser verdunsten lässt und die Frachtschiffe im Schlamm hängen bleiben, steht das Vertrauen in die Binnenschifffahrt auf dem Prüfstand. Die Antwort des Ministers: Ausbau der Flüsse! Damit will er die Zuverlässigkeit erhöhen und die Wirtschaft stärken – durchaus ein ambitioniertes Vorhaben. Dass Umweltschützer lieber natürliche Flüsse hätten, weiß Bilger durchaus, aber das Gespräch sucht er trotzdem: "Ich werde auch mit Umweltverbänden reden." Ganz nebenbei ist da noch das Thema Förderung für spezielle Niedrigwasserschiffe, deren Budget halbiert werden sollte. Bilger will das verhindern, zumindest laut eigenen Aussagen, und die Sache ins Parlament bringen – während man auf EU-Ebene schon weiter in die Planung geht. Die Branche signalisiert ziemlich klar, dass hier dringend etwas passieren muss. Keine einfache Ausgangslage, oder?
Bilgers Initiative für einen Ausbau der Wasserstraßen in Deutschland trifft sowohl auf wirtschaftspolitische Zustimmung als auch auf Kritik von Umweltverbänden. Er argumentiert, dass die Binnenschifffahrt klimafreundlicher als andere Verkehrswege sei und unlängst an ihre Grenzen stößt, wenn etwa Niedrigwasser Frachtschiffe ausbremst. Die Diskussion dreht sich nicht nur um Zuverlässigkeit, sondern auch um Haushaltskürzungen für Spezialschiffe – ein Thema, das zunehmend politisch und europarechtlich bedeutsam wird.
Liest man aktuelle Berichte, wird deutlich, dass der Handlungsdruck weiter steigt: Immer häufiger sorgen Hitzesommer und sinkende Pegel dafür, dass Transporte stocken – was nicht nur die Lieferketten, sondern auch die ehrgeizigen deutschen Klimaziele in Frage stellt. Laut neuesten Pressemeldungen gibt es im politischen Raum sowohl Rückenwind für Investitionen in nachhaltige Wasserstraßen als auch Widerstand von Grünen und Umweltinitiativen, die Alternativen fordern. Die Debatte bleibt also hitzig und dürfte sich in den kommenden Monaten weiter zuspitzen.