Weniger Alkoholkonsum bei jungen Leuten, doch exzessives Trinken bleibt Problem

Eine aktuelle Studie des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit belegt: Während Jugendliche und junge Erwachsene in Deutschland seltener regelmäßig Alkohol trinken, stagniert das sogenannte Komasaufen vor allem bei jungen Männern – und bei jungen Frauen zeigt sich erstmals ein klarer Rückgang.

heute 12:07 Uhr | 2 mal gelesen

Es ist schon bemerkenswert: Immer weniger junge Menschen in Deutschland greifen regelmäßig zur Flasche. Laut der neuen Drogenaffinitätsstudie 2025 vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erreichen die Zahlen des wöchentlichen Alkoholkonsums einen historischen Tiefstand.

Neue Konsummuster – aber nicht überall

Auffällig: Der Einstieg in den Alkoholkonsum findet nicht mehr so früh statt, wie das früher noch der Fall war. Wenn ich da an meine eigene Jugend denke – da war die Flasche Bier am See mit 16 keine große Überraschung mehr. Heute hingegen scheint das Thema später interessant zu werden. Die Messungen des BIÖG, das seit 1973 regelmäßig solche Trends erfasst, bestätigen einen langfristigen Rückzug vom routinemäßigen Trinken.

Rauschtrinken – der harte Kern bleibt

Und trotzdem: Komasaufen lässt sich offenbar einfach nicht austreiben. Rund 15 Prozent der befragten Jugendlichen gaben zu, in den letzten 30 Tagen einmal so richtig die Kontrolle verloren zu haben. Fast schon trivial klingt das Verhältnis zwischen den Geschlechtern: Junge Männer und Frauen liegen im Jahr 2025 fast gleichauf, was den „Rausch“ betrifft. Junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren stechen allerdings erneut heraus – fast jeder Zweite hat entsprechende Erfahrungen gemacht. Das zeigt, dass sich gewisse Konsumformen sehr hartnäckig halten, als ob es unsichtbare Mauern gegen Prävention gäbe.

Rückgang bei jungen Frauen: Überraschender Lichtblick

Interessant wird es bei den jungen Frauen: Ihr Anteil am Rauschtrinken ist seit 2023 kräftig gesunken – ein Novum, weil er zuvor eher stabil war. Ist das schon ein Erfolg neuer Kampagnen oder spiegeln sich hier veränderte Rollenbilder wider? Den sprichwörtlichen Sekt zum Feiern heben sich offenbar immer mehr junge Frauen für besondere Momente auf, und verzichten im Alltag eher auf riskante Alkoholexzesse.

Langzeittrend und gesellschaftlicher Druck

Seit Jahrzehnten sammelt das BIÖG mit seinen Drogenaffinitätsstudien wichtige Daten über das Trinkverhalten. Für die Erhebung 2025 kamen 7.001 junge Leute im Alter von 12 bis 25 Jahren zu Wort – und die Antworten wirken wie ein Seismograph für gesellschaftliche Veränderungen nach der Corona-Pandemie. Prävention und Aufklärung scheinen zwar ihre Wirkung zu zeigen, aber die Sehnsucht nach extremen Erlebnissen mit Alkohol bleibt bei einem Teil der Jugendlichen hartnäckig. Es ist eben wie eine Münze mit zwei Seiten: Weniger Alltagstrinken, aber das Partyerlebnis mit einem Überschuss an Promille bleibt verführerisch.

Weniger Bier, gleicher Kater? Risiko bleibt bestehen

Der Trend zu mehr Risiko an besonderen Anlässen könnte bedeuten, dass wir zwar weniger Alltagsprobleme wie Fehlstunden in der Schule sehen, aber Unfälle, Gewalt oder Alkoholintoxikationen nach wie vor im Raum stehen. Die eigentliche Herausforderung für Präventionsarbeit wird also, nicht nur das Trinken im Allgemeinen, sondern gezielt die riskanten Spitzen – die legendären Saufgelage – zu erreichen. Sicher ist: Der gesellschaftliche Blick auf Alkohol verändert sich. Weniger Zwang zur Gruppen-Identität, mehr Verständnis für individuelle Entscheidungen – aber das Bedürfnis nach Ausbruch bleibt ein Thema für die Zukunft.

Und nun? Wohin geht die Reise?

Rückblickend lässt sich festhalten: Über Generationen hinweg ist viel in Bewegung geraten – und vielleicht ist die Drogenaffinitätsstudie 2025 der Auftakt für einen Strategiewechsel. Eltern, Schulen und Kommunen stehen weiterhin in der Pflicht, aber sie werden gezielter hinschauen müssen: Wo wird riskant gefeiert, wo braucht es neue Ansätze, um akute Ausrutscher zu verhindern? Widersprüche inklusive – denn echte Veränderungen kommen selten ohne Widerstand.

Zusammengefasst: Weniger trinken, aber nicht weniger Rausch

Die Drogenaffinitätsstudie 2025 signalisiert einen bemerkenswerten Rückgang beim regelmäßigen Alkoholkonsum unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Deutschland. Das durchschnittliche Einstiegsalter steigt, Präventionsprogramme zeigen im Alltag Wirkung, aber beim sogenannten Rauschtrinken bleibt insbesondere bei jungen Männern ein harter Kern bestehen. Bei jungen Frauen hingegen ist erstmals ein signifikanter Rückgang von Komasaufen messbar, eventuell als Resultat gezielter Kampagnen, neuer Rollenmuster und gewandelter Konsumkulturen.

Kritische Einsichten und neue Perspektiven

Öffentliche Gesundheitsexperten betonen, dass trotz sinkender Nutzerzahlen das Problem riskanter Alkoholexzesse weiterhin besteht – insbesondere an Wochenenden oder bei Feiern, wo Kontrolle und Beratung oft fehlen. Neben geprägt sinkender Alltagsprobleme, wie Fehltagen in Schule und Ausbildung, bleibt die Gefahr akuter Vorfälle wie Unfälle und Alkoholintoxikationen bestehen; die zukünftige Prävention muss also innovativer, gezielter und noch spezifischer an die verschiedenen Zielgruppen angepasst werden. Aktuelle Berichterstattungen deutscher Medien unterstreichen die Bedeutung kontinuierlicher Dokumentation und flexibler Präventionsstrategien und warnen zugleich davor, positive Trends als Grund zum Ausruhen zu interpretieren. In anderen Quellen wird zudem betont, dass zusätzlich psychosoziale Faktoren – wie Gruppenzwang oder digitale Freizeitgestaltung – das Alkoholverhalten beeinflussen (siehe etwa Quelle: DW und Quelle: Süddeutsche Zeitung). Außerdem geraten nun auch neue digitale Präventionsansätze verstärkt in den Blick, besonders mit Blick auf die mobile und digital affine Jugend.

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