Gut gemeint ist wie so oft das Gegenteil von gut gemacht. So auch hier. Finanzminister Olaf Scholz führt über eine Hintertür die von der ESMA kürzlich verbotene und für strafbar erklärte Nachschusspflicht für private Anleger ein. Rechnen Sie nach. Ein trauriges Beispiel verfehlter Finanzpolitik.

Kern des Übels ist die Beschränkung der Verrechnung von Gewinn- und Verlusttrades auf 10.000,- Euro. Das klingt erstmal viel, ist es aber nicht. Ein privater Trader macht am Tag gut und gerne 500,- oder 1000,- Euro Gewinn und nicht oft ebenso hohe Verluste! Unter dem Strich also nix. Kein Gewinn und keinen Verlust. Aber schauen Sie mal, was der Olaf daraus macht:

Zwei Beispielsrechnungen:

Trader 1

Ein Kunde hat 5.000 Euro mit denen er Derivate handelt. Er handelt 3 Mal am Tag an 300 Tagen im Jahr. Also kein böser Hochgeschwindigkeitstrader oder sogenannter Scalper.

300 x 3 Trades = 900 Trades im Jahr.
Jeden Tag gewinnt oder verliert er 100,- Euro.
500 Gewinntrades = 50.000 Gewinn.
400 Verlusttrades = 40.000 Verlust.

Er hat aus 5.000,Euro ganze 15.000,- Euro gemacht. Ein Vorzeige-Trader. Vor Steuern.

Der Trader ist nicht Mitglied in einer Kirche und muss daher 25% Abgeltungssteuer (zukünftig selbst) abführen.

25% auf 40.000,- Euro Gewinn = 10.000,- Euro die er an Steuern zahlen muss.

Dann bleiben Ihm tatsächlich 5.000,- Euro auf dem Konto.  Ob er sich freut, so erfolgreich gewesen zu sein? Na immerhin hat er sein Geld noch.

Jetzt wir es spannender.

Trader 2

Der Trader hat 5.000 Euro mit denen er traded. Er hat weniger Erfolg. 
Er handelt ebenfalls 3 Mal am Tag. Also auch kein böser Hochgeschwindigkeitstrader.

300 x 3 Trades = 900 Trades im Jahr.
Jeden Tag gewinnt oder verliert er 100,- Euro.
430 Gewinntrades = 43.000 Gewinn
470 Verlusttrades = 47.000 Verlust.

Nach Gewinn und Verlust hat er noch 1.000,- Euro auf seinem Tradingkonto. Na wenigstens ist noch etwas da.

Jetzt kommt der Olaf.

Vom Verlust kann er wieder 10.000,- Euro gegen die Gewinne verrechnen. Er muss also nur auf 33.000,- Euro Steuern zahlen. 25 % von 33.000-, Euro Gewinn = 8.250,- Euro.
1.000,- minus 8.250,- Euro macht 7.250,- Euro die er jetzt nachschießen muss. Halt, nicht an die Bank. Dank Olat Scholz an das Finanzamt. 
7.250,- Euro Nachschusspflicht? Wo bleibt der Schutz vor Negativsalden? Ahhh. Der gilt nur für das Trading-Konto. Die Steuer kann ja vom Girokonto beglichen werden.
Zum Glück kommt das ja erst 2021 und trifft nur Kleinanleger. Also wen stört es. Banken, Fonds, Firmen oder große Privatanleger handeln über Firmen. Die sind nicht von dem neuen Einkommenssteuergesetz betroffen.

Na ein Glück.
Danke Olaf.

 

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