Es klingt fast klischeehaft, aber die Geschichte der ARTfair Innsbruck ist tatsächlich wie aus einem Roman gestrickt: 1996 hatte Johanna Penz diese verrückte Idee. Heute ist ihr Projekt kein Geheimtipp mehr, sondern eine feste Szenegröße. Am 22. Oktober 2026 wird es in der Olympiaworld schwungvoll mit einer VIP-Vorschau eingeläutet, bevor am folgenden Wochenende Kunstinteressierte aus nah und fern durch die Hallen streifen – auf der Suche nach Inspiration, neuen Namen und auch nach eigenwilligen Digitalexperimenten. Die Messe ist stolz, sich nicht den Spielregeln anonymer Großveranstalter untergeordnet zu haben: Hier hat eine starke Frau mit viel Eigensinn und Gespür für Qualität kontinuierlich Akzente gesetzt. Penz sieht das Jubiläum nicht nur als Meilenstein, sondern als „Essenz ihrer künstlerischen Reise“ – fast schon ihr persönliches Manifest. Dass so eine Messe alle Umbrüche der letzten drei Jahrzehnte übersteht – von Wirtschaftskrisen bis Corona – lässt sie selbst auf die Offenheit der ARTfair gegenüber dem Wandel zurückführen.
Der Auftakt besticht durch ein dichtes Programm: Nach der Begrüßung durch Penz sprechen Hans Harrer und Jakob Wolf, musikalisch unterstützt von Mr. McKay am Saxophon. Medienvertretende werden ausdrücklich eingeladen – für Interviews, aber auch zum freien Erkunden. Wer sich die Jubiläumsausgabe nicht entgehen lassen will: vom 23. bis 25. Oktober ist täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Ein Tagespass kostet 15 Euro, junge Leute zahlen weniger, und das Ticket gilt sogar als Fahrkarte für den Nahverkehr – eine ziemlich gelungene Symbiose aus Kulturzugang und Nachhaltigkeit, wie ich finde.
Organisatorisch ist alles auf der Website der Messe zu finden. Besonders ungewöhnlich: Der Medien-Fokus bleibt stark persönlich geprägt. Johanna Penz ist „greifbar“; die Messe ist immer auch ihre Bühne, nicht nur eine Plattform für Trends und Netzwerke. Unterstützt wird das Event von lokalen Institutionen, Medien sowie verschiedenen Kunst- und Wirtschaftsnetzwerken – was der ARTfair längst über den Tiroler Tellerrand hinaus Ansehen eingebracht hat.
Manches an der Innsbrucker Messe wirkt im positivsten Sinne unperfekt, vielleicht sogar eigensinnig – ein Spiegel dessen, was wirklich innovative Kunst letztlich immer ausmacht.
Die ARTfair Innsbruck blickt dieses Jahr auf den stolzen 30. Geburtstag zurück – Anlass zum Feiern, Innehalten und Weiterdenken. Gegründet und unermüdlich gestaltet von Johanna Penz, hat die Messe es geschafft, sich im stetigen Wandel des Kunstmarkts nicht nur zu behaupten, sondern ihre ganz eigene Identität zu schärfen. Der große Bogen spannt sich von regionalen Positionen bis zu internationalen Gästen, mit aktuellem Schwerpunkt auf Spanien. Mit dabei sind wieder Werke, die digitale Innovationen genauso reflektieren wie klassische Malerei – offenbar eine kluge Mischung, die Neugierde schürt und unterschiedliche Publikumsschichten anspricht.
Laut aktuellen Berichten auf großen Nachrichtenportalen ist der Trend zu internationalen Kunstkooperationen im Messewesen ungebrochen, wobei viele Messen aufgrund der Digitalisierung neue Formate ausprobieren und jüngeres Publikum stärker adressieren. Im Vergleich zu anderen österreichischen Kunstereignissen bleibt Innsbruck ein Beispiel für die Verbindung von Kunst, Nachhaltigkeit und persönlichem Engagement. Nicht zu vergessen: Die gestiegene Relevanz von KI-Kunst und Robotik wird dort explizit als Thema behandelt – ein Fingerzeig, wohin sich der Kunstmarkt entwickeln könnte.