Schon Mitte Juni hatte BMW seine Prognosen für das laufende Jahr angepasst. Zwar laufen Europa und die USA weiterhin vergleichsweise rund, doch der schwindende Absatz in China drückt spürbar auf die Bilanz. Außerdem wachsen dort die Rivalen rasant: Fahrzeuge aus China schwemmen auch andere Märkte in der Asien-Pazifik-Region, was für einen schärferen Konkurrenzkampf sorgt. Dem kann sich BMW laut eigener Aussage nicht entziehen – wie auch, wenn die Marktanteile weiter schrumpfen?
Für zusätzlichen Wirbel sorgt ein Bericht des "Handelsblatt". Unter Berufung auf anonyme Firmensprecher heißt es, BMW plane den Abbau von rund 8.000 Stellen weltweit, um die Kosten zu drücken. Ziel des Ganzen: jährlich eine Milliarde Euro sparen. Das klingt nicht ganz nach Zukunftsmusik, sondern mehr nach einem heftigen Spagat zwischen Kostendruck und dem Versuch, den Laden nicht gegen die Wand zu fahren.
Die aktuelle Quartalsbilanz bei BMW ist ein echter Warnschuss: Mit einem Gewinnrückgang von knapp 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr steht der Münchner Autokonzern unter enormem Druck. Neben dem schwächelnden China-Geschäft setzt vor allem der überbordende Wettbewerb durch günstigere chinesische Modelle die Verkaufspreise und Margen unter Druck. BMW stemmt sich zwar mit einem Sparkurs und Stellenabbau gegen das Negativklima, doch ob die Maßnahmen ausreichen, die globale Marktdynamik zu drehen, bleibt unklar. Nach aktuellen Medienberichten kämpft auch die Konkurrenz – der gesamte Automobilsektor steht spürbar unter Strom: Lieferketten, Energiepreise und die dauerhafte Debatte um E-Mobilität verschärfen die Lage weiter. Ein unerwartetes Detail am Rande: Laut jüngsten Einschätzungen könnten Restrukturierungen und ein Fokus auf Software- und Elektro-Segmente zwar mittel- bis langfristig Chancen schaffen, aber kurzfristig ist Frust vorprogrammiert.