Wenn man ehrlich ist, könnte man sich das alles nicht ausdenken: Brauereien in Deutschland, einst stolz wie Bolle, stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand. Eichele, der Chef des Deutschen Brauer-Bunds, malt ein düsteres Bild und spricht offen von einer Welle des Brauereisterbens. Hohe Kosten, die Produktionskette ächzt, und dann trinken die Leute auch noch weniger Bier – das Resultat ist absehbar: Die Zahl der Schankstätten von gestern könnte bald Geschichte sein. Bereits seit zwei Jahren geht es nur noch abwärts mit den monatlichen Absatzzahlen, ein Ende ist nicht in Sicht. 2025 überraschte mit einem Minus von sechs Prozent – keine kleine Delle, sondern regelrecht ein Krater im Fass. Normal war früher eher ein sanftes Gefälle von ein oder zwei Prozent. Aber damit nicht genug: Auch das laufende Jahr schreibt rote Zahlen, bereits bis Mai wurde nochmal ein Rückgang von über fünf Prozent ins Protokoll geschrieben. Eichele drückt es fast schon nüchtern aus: Die Branche stolpert nicht über ein Loch, sie steht am Rand einer tiefen Klippe. Gründe gibt's zuhauf: politische Unsicherheiten, die irgendwie alles lähmen, weniger jüngere Leute, die mal richtig einen draufmachen, und die Gastronomie müht sich weiter mit Post-Corona-Symptomen ab. Der internationale Hopfenhändler Barth Haas bringt es auf den Punkt: 2023 schrumpfte der Bierausstoß in deutschen Landen um satte 5,6 Prozent auf 79,24 Millionen Hektoliter. Und jetzt?
Der Deutsche Brauer-Bund rechnet mit einer fortlaufenden Reduktion der Brauereien in Deutschland infolge teurer Produktionsbedingungen, sinkender Nachfrage und schwieriger Rahmenbedingungen für die Gastronomie. Die monatlichen Absatzeinbrüche der letzten Jahre weichen deutlich vom gewohnten, moderaten Rückgang ab — 2025 lag der Rückgang mit sechs Prozent so hoch wie lange nicht mehr. Laut aktuellen Berichten, etwa von DW und Zeit, halten Inflation, hohe Energiepreise, der demografische Wandel und die Nachwirkungen der Pandemie die Branche weiterhin im Griff; insbesondere kleinere Brauereien und handwerkliche Betriebe haben Schwierigkeiten zu überleben. Darüber hinaus warnt der Deutsche Brauer-Bund vor einer Erosion der deutschen Bierkultur, da viele traditionsreiche Betriebe für immer schließen könnten. Neue Zahlen bestätigen: Auch 2026 ist kein Aufwind zu erwarten, der Bierdurst der Deutschen sinkt, und das zieht weitere Gastronomiebetriebe und Landwirte in Mitleidenschaft.