Der Verband der Automobilindustrie (VDA) zeichnet ein düsteres Bild: Die Zeit des Wachstums scheint für die europäische Industrie erst einmal vorbei zu sein, jedenfalls wenn es nach VDA-Präsidentin Hildegard Müller geht.
Unbequemes Fazit: Europas Standortwirkung verpufft
Müller verweist nüchtern auf Faktoren wie hohe Energiepreise, Bürokratie und eine unübersichtliche Gesetzeslage, die Investoren abschrecken und Unternehmen ins Ausland treiben. "Wer meint, Regulierung bringe einen Vorsprung, verschließt die Augen vor der internationalen Realität", wettert sie im Gespräch mit Politico.
Industrie auf dem Rückzug – und die Politik schaut zu?
Im politischen Raum fehle – so ihr Vorwurf – weithin das Bewusstsein für die wahre Lage: Nicht Umsetzungsprobleme seien das Hindernis, sondern die politischen Grundlagen selbst. Müller sieht die Wettbewerbsfähigkeit Europas im Sinkflug und warnt: Wenn Unternehmen abwandern, wird es eng für soziale Sicherung und politischen Frieden.
Hohe Kosten, lahme Verfahren: Die unsichtbare Konkurrenz
Die Kette der Belastungen reicht von teurer Energie über steigende Lohnkosten bis hin zu immer neuen Auflagen – ein Dauerthema seit Jahren.
Europäische Autoindustrie als Paradebeispiel
Was Müller anspricht, betrifft längst nicht nur ihren eigenen Verband. Besonders energieintensive und innovationshungrige Branchen bekommen den Gegenwind deutlich zu spüren – die Autoindustrie steht da fast symbolisch.
Folgen für jeden Einzelnen – und die große Frage nach dem Weg raus
Für den Alltag heißt das: Weniger Arbeitsplätze, unsichere Kommunalfinanzen, gestoppte Investitionen in neue Technologien. Müller will jetzt eine politische Kehrtwende mit Steuersenkungen, einfacheren Genehmigungen und mutigen Investitionsprogrammen. Ob das reicht? Eine Antwort darauf bleibt aus – Hoffnung auf ein Wunder verspürt man in der deutschen Industrie sowieso schon lange nicht mehr.