Der Auftakt ins Pokalabenteuer war für Borussia Dortmund ein Ausflug nach Hamburg – und das im besten Sinne: 5:0 hieß es am Ende gegen den vergleichsweise unbekannten Hamburger Klub HEBC. Man konnte anfangs nicht sicher sein, wie ernst die Dortmunder das Spiel nehmen würden.
Unorthodoxes Eigentor bringt Dortmund auf Kurs
Zu Beginn stemmten sich die Norddeutschen mit Herz und Lunge gegen die spielerische Übermacht der Gäste, aber irgendwann passiert es halt: Janek Wrede bugsierte den Ball – wahrscheinlich gegen jede seiner Gefühlsregungen – ins eigene Tor. So ein Eigentor im Pokal, das ist halt ein tragikomischer Moment. Die Szene wirkte wie ein Katalysator für den BVB.
Schlussoffensive vor dem Pausentee
Dortmund schien jetzt auf den Geschmack gekommen zu sein und erhöhte zügig: Svensson nach schöner Vorarbeit von Ryerson, dann zeigte Inacio zweimal seine Abschlussstärke. 3:0, 4:0 – kurz vor der Halbzeit war der Drops gelutscht. Vielleicht etwas zu früh, falls jemand Spannung erwartet hatte.
Nach der Pause: Alles nur noch Formsache
Die Dortmunder kontrollierten ab dem Wiederanpfiff das Spiel, eigentlich ohne an ihre Grenzen zu gehen. Silva setzte den Schlusspunkt und das Stadion war längst in Feierlaune – zumindest auf der einen Seite. HEBC versuchte zwischendrin Nadelstiche zu setzen, richtig gefährlich wurde es aber kaum.
Herzblut gegen Bundesliga-Routine
Mir persönlich imponiert dieser ungebremste Einsatz von HEBC – und das, obwohl die Nadel im Heuhaufen realistischer war als ein Hamburger Tor an diesem Abend. Dortmunds Defensive blieb souverän, zu Null mit links quasi. Für den BVB nur eine Pflichtübung, für HEBC das Spiel der Saison. So unterschiedlich kann Pokal sein.
Pokal-Realitäten und kleine Träume
Gibt schon diese seltenen Tage, da wünschte ich mir, der Fußballgott würde ausnahmsweise Mitleid mit dem Außenseiter haben. Aber Routine setzte sich diesmal durch. Für die Dortmunder war das der nächste Pflichtsieg, ein Gebäude-Dachziegel im großen Pokalziel. Für Hamburg bleibt immerhin die Erinnerung an das Flutlicht und die große Bühne – das kann im grauen Ligaalltag tatsächlich etwas Schwung bringen. Und vielleicht träumen jetzt beim HEBC ein paar Kids davon, selbst mal auf dem großen Rasen zu stehen.