Handwerk unter Druck: Pessimismus hält an

Im deutschen Handwerk wird die Luft zunehmend dünner: Die Betriebe leiden unter Konjunkturflaute, schwierigen Rahmenbedingungen – und blicken immer skeptischer in die Zukunft.

heute 09:21 Uhr | 2 mal gelesen

Deutschlands Handwerksbetriebe stecken weiterhin in einer Art gedämpfter Tristesse fest. Ein Durchbruch zu besserer Stimmung will auch im zweiten Quartal einfach nicht gelingen.

Warten auf ein Aufatmen: Zahlen, die Sorgen machen

Frischer Wind? Fehlanzeige. Der Geschäftsklimaindex, gerade erst vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) veröffentlicht, fiel – mal wieder – um satte 13 Punkte. Man fühlt sich leicht an die Corona-Jahre erinnert, als die Zuversicht ähnlich abrupt in den Keller rauschte. Verbandspräsident Jörg Dittrich klingt, als sehe er am Horizont eher Nebel als Licht: "Das Handwerk steckt fest."

Sparmodus und Zukunftsängste im Alltag

Nur etwa 16 Prozent der Betriebe trauen sich überhaupt noch, richtig zu investieren. Fast ein Drittel fährt dagegen die Ausgaben zurück – die übrigen halten mehr oder weniger den Atem an. Ob Bäcker, Bauunternehmen oder Kfz-Meister – es fühlt sich an, als zöge sich eine graue Wolke durch fast jedes Gewerk. Ironischerweise spürt der Rest der deutschen Wirtschaft laut Ifo-Institut gerade wieder ein vorsichtiges Kribbeln – die Industrie wagt den ersten kleinen Freudentanz, während das Handwerk betreten am Rand steht.

Teure Energie, fehlende Aufträge – und Unsicherheit als Alltag

Warum bekommt speziell das Handwerk die Krise so heftig zu spüren? Da sind die gestiegenen Kosten für Strom und Material, diese zermürbende Preis-Hetze, die jeden Bleistiftstummel teuer macht. Kunden aus Industrie und Privathaushalten halten sich zudem auffällig zurück – selbst Renovierungen werden verschoben. Manchmal frage ich mich, wie lange die Betriebe dieses Abwarten durchhalten.

Und die Politik? Erwartungen und Zweifel

Die Aussichten auf 2026? Ehrlich gesagt: Eher flau. Bislang mangelt es an den nötigen Reformen, die Beruhigung bringt. Der ZDH mahnt flehentlich, die Politik möge endlich den Staub von langersehnten Gesetzesvorhaben klopfen. Mit einer Million Betrieben und sechs Millionen Beschäftigten gäbe es in Wirklichkeit genug Rückgrat – aber wenn Sorgen zu Routine werden, helfen auch flotte Durchhalteparolen nicht mehr.

Deutschlands Handwerk kämpft mit chronisch gedrückter Stimmung: Der Geschäftsklimaindex ist auf den tiefsten Punkt seit den Lockdown-Jahren gefallen.

Zu hohe Kosten, zu wenig Mut

Lediglich ein Bruchteil der Betriebe investiert noch, Energie- und Materialkosten fressen Umsätze auf. Rückläufige Aufträge, Unsicherheit auf dem Bau und bei Privatkunden – das zieht sich durch alle Branchenzweige.

Industrie zieht davon – Handwerk bremst

Während andere Sektoren leicht aufatmen, bleibt das Handwerk skeptisch – nicht nur wegen schleppender Reformen, sondern auch wegen Nachwuchsproblemen und unstetigen Rohstoffpreisen. Manche Altbetriebe geraten bereits ins Straucheln. Neu in den letzten 48 Stunden: Nach neuesten Medienberichten verschärfen sich die Sorgen noch durch drohende weitere Zinssteigerungen, einen Rückgang bei den Bauanfragen und eine wieder aufflammende Debatte um die Ausbildungsqualität. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt zudem vor einer „Erschöpfung der Reserven“ im Mittelstand durch Sparauflagen und technische Vorschriften.

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