Solange die Zukunft der einzelnen Filialen von Galeria noch in der Schwebe hängt, sieht der Städtetag erheblichen Gesprächsbedarf. Christian Schuchardt, der Hauptgeschäftsführer, betonte gegenüber der Funke-Gruppe, wie wichtig es sei, die Stadtverwaltungen frühzeitig einzuladen, wenn es um die Perspektiven der Standorte gehe. Das habe schon bei vergangenen Krisen geholfen – schließlich kennt vor Ort niemand die Lage und die Bedürfnisse der Menschen besser als die Stadt selbst. Das Warenhausunternehmen prüft aktuell die Wirtschaftlichkeit von 33 von remaining 83 Filialen. Mietkonditionen und Umnutzungsmöglichkeiten sind dabei zentrale Themen. Kommt es zu keiner Einigung mit den Eigentümern, drohen Schließungen. Bemerkenswert: Auch Umzüge oder neue Standorte seien im Bereich des Möglichen, heißt es.
Nach Schuchardts Ansicht drückt nicht nur die Konkurrenz aus dem Internet, sondern auch hohe, teils starre Mietverträge und eine daraus resultierende Schwächung einzelner Läden das Unternehmen. Die Hoffnung ist, dass sich Vermieter bewegen, sodass Geschäfte fortgeführt werden können. Schließen muss allerdings doch ein Standort, wäre entscheidend, keine Lücken in den Zentren entstehen zu lassen – flexible neue Nutzungen, kreative Konzepte und eine Zusammenarbeit von Politik und Immobilienwirtschaft seien gefragt. Das alles, gibt Schuchardt zu bedenken, klappt erfahrungsgemäß nur, wenn Bund und Länder gezielt fördern und flexible Programme auflegen. Mischmodelle mit Wohnen, Arbeiten, Kultur und Handel hätten sich vielerorts bereits als Alternativen bewährt, wenngleich die Entwicklungsphasen oft lange dauerten.
Die aktuelle Unsicherheit um 33 Galeria-Häuser betrifft Städte in ganz Deutschland und gibt Anlass zur Sorge, weil Leerstand schnell negative Ketteneffekte in Innenstädten auslösen kann. Nach meiner Recherche ist deutschlandweit die Transformation der Citybereiche hochaktuell: Viele Kommunen kämpfen damit, auslaufende Warenhausflächen sinnvoll umzufunktionieren, um den Stadtzentren Attraktivität und Vielfalt zu erhalten. In den letzten Wochen gab es verstärkt Stimmen, die mutigere Konzepte, flexiblere Förderprogramme und ein engeres Zusammenwirken unterschiedlicher Akteure fordern.
Ergänzend berichtete das "Handelsblatt", dass Galeria unter der neuen Eigentümergesellschaft bereits Ideen wie Pop-up-Stores, Coworking-Spaces und städtisches Wohnen in ehemalige Warenhäuser integriert testet. Die im aktuellen Kontext diskutierten Immobilienentwicklungen unterscheiden sich dabei regional deutlich – in Ballungsräumen entstehen schneller Nutzungskonzepte, während kleinere Städte mit längerer Umsetzungsdauer und mehr Investitionsbedarf rechnen müssen. Außerdem wurde in diversen Zeitungsinterviews mit Bürgermeistern betont, welch entscheidende Rolle gerade die frühe Kommunikation und Koordination zwischen Stadt, Händlern und Vermietern spielt, damit Quartiere lebendig bleiben.