Lake America? Die Bundesregierung bleibt unbeeindruckt vom Namenswechsel am Ontariosee

Die Umbenennung des Ontariosees durch US-Präsident Trump scheint in Berlin nur ein Schulterzucken wert zu sein – deutsche Diplomaten sind wenig beunruhigt und betonen den kuriosem Charakter der Aktion.

heute 12:29 Uhr | 2 mal gelesen

Es passiert nicht alle Tage, dass plötzlich ein riesiger See einen neuen Namen bekommt – und noch dazu auf Initiative eines US-Präsidenten. Genau das ist nun geschehen: Donald Trump erklärt den Ontariosee per Dekret kurzerhand zum 'Lake America'.

Stille Reaktion aus Berlin

Auf die Frage nach einer deutschen Haltung dazu zeigte sich das Auswärtige Amt erstaunlich gelassen, fast schon lakonisch: Dies sei, so die offizielle Lesart, schlicht eine Angelegenheit der USA – für Deutschland bestehe keine Notwendigkeit, daraus ein großes Ding zu machen. Ehrlich gesagt: Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein Ortsname zwischen Washington und Berlin so emotionslos behandelt wird?

Leichtes Schulterzucken in der Politik

Naturgemäß sorgt eine solche Meldung bei manchen für Kopfschütteln. Doch eine große Krise? Weit gefehlt. Die Regierung betonte, dass die Bezeichnung international geteilter Gewässer auch weiterhin multilateralen Gepflogenheiten folge. Unwillkürlich muss man schmunzeln: Selbst der Verweis aufs US-Vorbild à la Fußball/Soccer zeigt, wie entspannt Berlin darauf blickt.

Kanadische Verstimmung, deutsche Nonchalance

Interessant – und durchaus nachvollziehbar – ist, dass Kanada deutlichere Worte findet und die Namensänderung ablehnt. Aus deutscher Sicht aber bleibt alles beim Alten: Ein politischer Nebenschauplatz, vielmehr ein skurriles Randdetail inmitten der aktuell ohnehin angespannten amerikanisch-kanadischen Handelsbeziehungen. Vermutlich könnte Trump auch eine Bucht in 'Lake Trump' taufen, ohne in Berlin einen diplomatischen Kratzer zu hinterlassen.

Im Kern ist Berlin der Meinung, dass es sich bei der amerikanischen Umbenennung lediglich um einen medialen Aufreger ohne tatsächliches Gewicht handelt. Wasser bleibt Wasser – daran ändert auch ein neuer Name nichts. Eine Pflicht, US-Trends zu übernehmen, sieht die Bundesregierung laut eigenen Aussagen jedenfalls nicht.

International kaum Widerhall

Ortsnamen und ihre Symbolik polarisieren häufig, doch meistens bleibt es bei kurzlebigen Debatten. Spannender finden Beobachter derzeit das große Ganze: Die Handelsauseinandersetzungen zwischen Washington und Ottawa, in deren Fahrwasser wohl auch solche symbolpolitischen Manöver treiben. In der Berichterstattung wird jedenfalls vor allem darauf hingewiesen, dass dies eine nordamerikanische Kuriosität ist – und dass andernorts niemand auf die Idee käme, sich einzumischen. Deutsche Regierungsvertreter lehnen es weiterhin ab, sich von den USA Namenskonventionen vorschreiben zu lassen, solange keine internationalen Vereinbarungen bestehen. Und: Die Wahrscheinlichkeit eines diplomatischen Sturms am deutschen Amtsschreibtisch ist ungefähr so hoch wie ein Sandsturm am Ontariosee selbst.

Ungeachtet des überraschenden Vorstoßes von US-Präsident Trump, den Ontariosee in 'Lake America' umzubenennen, bleibt die Bundesregierung gänzlich unbeeindruckt. Der Vorgang wird in Berlin als ein lokal-amerikanisches Kuriosum betrachtet, dem keinerlei politische Relevanz beigemessen wird, solange keine internationalen Verträge betroffen sind. Im aktuellen Kontext dominieren ohnehin die harschen amerikanisch-kanadischen Handelsstreitigkeiten die bilateralen Beziehungen – vor diesem Hintergrund erscheint die Namensfrage als Nebengleis. Aktuell berichten Medien wie die Süddeutsche Zeitung und Die Zeit, dass Symbolpolitik in den USA zwar häufig für Aufmerksamkeit sorge, aber die eigentlichen politischen Konflikte davon unberührt bleiben (Quelle: Süddeutsche Zeitung, Quelle: Die Zeit). Zudem wird darauf hingewiesen, dass weder europäische Nachbarstaaten noch Kanada selbst verpflichtet sind, der Namensänderung zu folgen, da internationale Gremien wie die UNGEGN (United Nations Group of Experts on Geographical Names) für solche Entscheidungen keine bindenden Vorschriften erlassen haben (Quelle: FAZ). Bislang gibt es keine Berichte über Reaktionen aus der Wirtschaft oder Nachahmungsversuche in anderen Weltregionen.

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