Martin Herrenknecht will: Zurück zur 40-Stunden-Woche in Deutschland

Mit Blick auf Wirtschaftsflaute und den Mangel an Fachkräften plädiert der Unternehmer Martin Herrenknecht dafür, die klassische 40-Stunden-Woche wieder deutschlandweit zum Normalfall zu machen. 'Wir zählen weltweit zu den Ländern mit den höchsten Lohn- und Energiekosten', sagte er der 'Bild'.

vor 59 Minuten | 2 mal gelesen

Ehrlich gesagt, wer glaubt, dass wir denselben Lebensstandard halten können, wenn wir weniger arbeiten, verkennt die Realität – so sieht es zumindest Herrenknecht. Seiner Meinung nach ist es höchste Zeit, die 40-Stunden-Woche als neuen Maßstab zu setzen, um unseren Wohlstand und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Als Bonus schlägt er auch steuerliche Vorteile für jene vor, die freiwillig mehr als die Standardzeit arbeiten möchten. Er argumentiert: Der Standard unseres Lebens hängt nicht an immer kürzeren Arbeitstagen, sondern an Produktivität, Engagement und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Als positives Beispiel zieht Herrenknecht wiederholt die Schweiz heran – dort wird im Durchschnitt mehr gearbeitet als in Deutschland, konkret fast 250 Stunden mehr jährlich. Das, so meint er, zahlt sich aus.

Martin Herrenknecht wirbt für eine Rückkehr zur 40-Stunden-Woche, weil er den Wirtschaftsstandort Deutschland durch kürzere Arbeitszeiten bedroht sieht. Er bezieht sich auf das Beispiel Schweiz, wo im Schnitt mehr gearbeitet wird und dennoch Wohlstand herrscht. Neuere Debatten zeigen jedoch, dass Gewerkschaften und einige Experten aus anderen Branchen flexiblere Arbeitszeitmodelle und eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben fordern. Zudem weisen aktuelle Arbeitsmarktdaten darauf hin, dass die tatsächliche Wochenarbeitszeit in Deutschland ohnehin oft über 40 Stunden liegt – vor allem in qualifizierten Jobs. Interessanterweise nehmen immer mehr Unternehmen Arbeitszeitmodelle unter die Lupe, die sowohl Produktivität als auch Gesundheit der Beschäftigten in Einklang bringen wollen, manchmal auch durch kürzere Arbeitszeiten – was dem Herrenknecht-Modell widerspricht.

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