Zwischen reich und arm klafft in der Bundesliga ein immer tiefer werdender Graben – zumindest, wenn man Matthias Tillmann Glauben schenkt. Laut dem Schalker Vorstand wäre die Kluft bei den Fernsehgeldern hierzulande wesentlich größer als etwa in der Premier League. Und das sticht schmerzhaft ins Auge: Tillmann hält die Liga deshalb für weniger spannend, weil vermeintlich schon vor dem ersten Spieltag feststeht, wer später jubelt. Gewürzt wird das Ganze damit, dass der eigene Verein, die 'Königsblauen', trotz riesigem Fan-Auflauf und vollen Rängen laut der Verteilungstabelle gerade mal den vorletzten Platz belegt. Das wirkt fast schon absurd, wenn man sich die Zuschauerzahlen und Einschaltquoten aus Gelsenkirchen ansieht. 'Ist es wirklich fair', fragt Tillmann, 'dass wir weniger abbekommen als 16 andere?' Dazu kommt noch ein anderer Dorn im Fleisch: die Eigenkapitalregel, die Schalke zwingt, trotz Schuldenberg einen Millionenüberschuss zu erzielen, sonst droht ein Punktabzug. Der Klub müsse jetzt womöglich notgedrungen Spieler verkaufen, um diese Forderung zu erfüllen – was sportlich eher ein Eigentor wäre. Tillmann weist darauf hin, dass das Stadion, das überwiegend dem Verein gehört, doch eigentlich ein riesiger Wert sei – nur leider taucht dieser in der Kalkulation kaum auf. Ein klassisches Beispiel, wie Zahlen manchmal mehr verschleiern als erklären.
Matthias Tillmann, Chef von Schalke 04, kritisiert scharf die bestehende Verteilung der TV-Gelder in der Bundesliga und hebt hervor, dass diese Ungerechtigkeit kleinere Vereine klar benachteilige. Er argumentiert, dass die Liga dadurch an Spannung verliert, da manche Vereine finanziell so weit voraus sind, dass echte Überraschungen selten werden – im Gegensatz zur Premier League, wo die Gelder gleichmäßiger fließen. Ein weiteres Problem sieht er in der starren Eigenkapitalvorschrift, die finanzschwache Clubs wie Schalke zu riskanten Maßnahmen zwingt, statt vorhandene Vermögenswerte wie das Stadion stärker zu berücksichtigen.
Recherchen zeigen, dass die Debatte um die TV-Geld-Verteilung weiter an Fahrt aufnimmt, besonders nach der gescheiterten Investoren-Partnerschaft der DFL. In aktuellen Berichterstattungen wird auch diskutiert, wie zum Beispiel die wirtschaftliche Schere in anderen europäischen Ligen weniger weit auseinandergeht – ein Umstand, über den nicht nur Schalke klagt, sondern auch andere Traditionsvereine. Die Bundesliga steht laut Experten und jüngster Pressemeldungen an einem Scheideweg: Entweder werden Strukturreformen angestoßen, oder der Abstand zwischen Topclubs und dem Rest wird weiter zementiert.