Das hätte mächtig in die Hose gehen können: Der VfL Wolfsburg torkelte gegen die VSG Altglienicke aus der Nordost-Regionalliga nur haarscharf an einer dicken Pokal-Pleite vorbei. Am Ende der regulären Spielzeit stand es nach Toren von Jonas Nietfeld (früh für die Berliner) und Maximilian Arnold (aus weiter Distanz zum Wolfsburger Ausgleich) 2:2. Doch damit waren die Dramen für den Bundesligisten längst nicht beendet. Kurz vor Schluss patzte Torwart Zielinski beim Versuch, einen Rückpass sauber zu verarbeiten – und plötzlich lag Altglienicke wieder vorn. Ein Freistoß aus Arnolds Zauberfuß rettete die Wölfe in die Verlängerung. Und auch dort schenkten sich die Teams nichts: Erst köpfte Arnold unglücklich vor die Füße von Mehmet Ibrahimi, der wiederum Altglienicke jubeln ließ. Kurz bevor das Pokal-Aus endgültig zu werden drohte, kam Hauke Wahl doch noch mit dem Ausgleich. Im anschließenden Elfmeterschießen versagten auf beiden Seiten gelegentlich die Nerven, letztlich hatten die Niedersachsen das glücklichere Ende – 6:5 nach sieben Durchläufen. So ein Spiel bleibt im Gedächtnis, auch wenn Wolfsburg das wohl gerne schneller erledigt hätte.
Wolfsburg rettete sich in einer packenden Partie gegen einen mutigen Viertligisten quasi in letzter Minute vor einer Blamage. Zwei Mal führte Altglienicke, einmal davon aus einem unverzeihlichen Fehler der Gäste, zweimal musste der Favorit ausgleichen und in die Verlängerung. Besonders auffällig: Wolfsburg zeigte zwar Moral, wirkte aber über weite Strecken fahrig und unsicher – der Pokal-Druck war deutlich spürbar. Bei meinen Recherchen bin ich auf ähnliche Tendenzen gestoßen: Gerade in der Frühsaison scheint es immer wieder Topclubs zu erwischen, die nach holprigem Start ins Pokal-Abenteuer stolpern. Besonders pikant: Die Zahl der Außenseiter-Überraschungen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, was viele Trainer schwitzen lässt. Ehrlicherweise frage ich mich manchmal, ob solche Spiele den etablierten Teams nicht auch einen kleinen Reality-Check schenken – ein bisschen Demut und Nervenstärke kann ja bekanntlich nie schaden.