Laut Berichterstattung der ‚Rheinischen Post‘ äußerte sich die Vizevorsitzende des Sachverständigenrats für Integration und Migration, Birgit Glorius, skeptisch zu Grenzkontrollen als Mittel gegen irreguläre Migration. Migranten haben oft keinen echten Überblick über die Gesetzeslage und verlassen sich stattdessen auf teils verzerrte Informationen aus sozialen Medien – nicht selten voller Fehleinschätzungen. Viel wichtiger sei deshalb eine zielgerichtete, verständliche Informationskampagne über legale Einreiseoptionen, um die tatsächlichen Chancen und Risiken aufzuzeigen. Nach dem letzten Massenzustrom – insbesondere in Spanien – wurde laut, dass zu wenig Grenzschutz betrieben und durch die laufende Legalisierungskampagne sogar ein zusätzlicher „Pull-Faktor“ geschaffen worden sei. Der SVR teilt diese Kritik so allerdings nicht. Vielmehr plädiert der Rat dafür, konsequent das neue europäische Asylsystem anzuwenden: Jeder ankommende Migrant hätte ein Screening durchlaufen und einen Asylantrag stellen müssen – warum das in Ceuta nicht geschah, bleibt bislang ungeklärt. In Anbetracht globaler Ungleichheiten und geopolitischer Spannungen, betonen Experten, müsse Europa einerseits standhaft, aber auch menschlich und rechtstreu bleiben und sich nicht zu Schnellschüssen verleiten lassen.
Migrationsexperten äußern deutliche Zweifel daran, ob schärfere Grenzkontrollen tatsächlich geeignet sind, irreguläre Migration in Europa wirksam zu begrenzen. Studien und aktuelle Berichte zeigen, dass sich Migrationsentscheidungen weniger an legalen Bestimmungen der Zielländer orientieren, sondern viel eher durch soziale Netzwerke, Mythen und Desinformation geprägt sind. Das Inkrafttreten der GEAS-Reform am 12. Juli 2026 hätte nach Ansicht des SVR einen systematischeren Umgang ermöglicht, indem alle Ankommenden zunächst geprüft und angehört worden wären – umso unverständlicher, dass diese Regelung in Ceuta nicht umgesetzt wurde. Der SVR empfiehlt, sich nicht von Einzelereignissen zu reaktiven Maßnahmen verleiten zu lassen, sondern am klaren Rechtsrahmen und den Grundwerten Europas festzuhalten. Nach zusätzlichen Recherchen zeigt sich auch in aktuellen Debatten in deutschen Leitmedien, dass Migration weiterhin emotional aufgeladen diskutiert wird: Während sich konservative Stimmen teils für schärfere Kontrollen aussprechen, warnen Expertinnen und Experten von rechtlichen und sozialen Nebenwirkungen und mahnen zu einer besseren Informationsbasis für Migranten.