Nach der Teilung: Continental schielt auf Milliarden für neue Reifen-Deals

Als eigenständiger Reifenspezialist visiert Continental ein cleveres Wachstum an. Vorstandschef Christian Kötz will gezielt in Spezialreifen investieren und die Präsenz in Asien, Amerika und Europa kraftvoll ausbauen – bevorzugt mit strategischen Übernahmen.

heute 07:08 Uhr | 2 mal gelesen

Continental steht am Beginn einer neuen Ära: Nach dem Unternehmensumbau stellt sich der Traditionskonzern als reiner Reifenhersteller neu auf. Gleich zum Start macht der neue Chef Christian Kötz klar, dass sich das Wachstum nicht schlicht aus eigener Kraft speisen soll – vielmehr plant das Unternehmen, ganz gezielt per Übernahme zuzulegen.

Gezielte Zukäufe als beschleunigter Wachstumsmotor

Schon immer gehörten Akquisitionen zur DNA von Continental, wie Kötz gegenüber der FAZ unterstreicht. Dabei bleibt er aber vorsichtig und betont, dass jeder Zukauf wirtschaftlich tragbar und strategisch sinnvoll sein müsse. Der Fokus liegt besonders auf Spezialreifen – ganz abgesehen davon, dass man stärker in Regionen wie Asien Fuß fassen möchte, wo das Marktpotenzial geradezu brodelt.

Finanzieller Spielraum: Milliardenreserven für neue Märkte

Angesichts sinkender Schulden und gut gefüllter Kassen – eine Milliarde Euro Free Cashflow pro Jahr, so heißt es – ist die Tür für größere Übernahmen weit offen. Kötz spricht von der Möglichkeit, im Zuge einer Marktkonsolidierung auch mal ein paar Milliarden Euro lockerzumachen, sollte sich eine lohnende Gelegenheit bieten. Der Weltmarkt wird zurzeit von wenigen Global Playern (Michelin, Bridgestone, Goodyear, Continental) dominiert, wobei gerade in Asien viele kleinere Wettbewerber heranwachsen.

Stärkeres Standing auf drei Kontinenten

Geht es nach Kötz, soll der Konzern in Asien und Amerika deutlich zulegen. Interessanterweise betrachtet er auch Europa trotz hoher Kosten nicht als abgeschrieben – im Gegenteil: Durch den anrollenden Siegeszug chinesischer Automarken in Europa wächst der Bedarf an Qualitätsreifen rasant. Viele BYD-Modelle und diverse andere China-Fahrzeuge rollen bereits auf Continental-Gummi, was laut Kötz auch das Image als erstklassiger Zulieferer unterstreicht.

Strategische Weichenstellungen und Chancen im Wandel

All diese Entscheidungen markieren eine Art zweite Geburt von Continental. Weg von der Vielstimmigkeit alter Strukturen, hin zu einer konsequenten Reifenstrategie, die auf Übernahmen und hohe finanzielle Schlagkraft setzt. Das Unternehmen drängt so darauf, in einer sich verändernden Industrie nicht nur mitzugehen, sondern mitzumischen und die Regeln mitzuschreiben – trotz (oder vielleicht gerade wegen) der starken Konkurrenz und der ständigen Bewegung im globalen Automarkt.

Bemerkenswert bleibt außerdem die entschlossene Ausrichtung auf Märkte, die von Wandel, neuen Wettbewerbern und anspruchsvoller Kundschaft geprägt sind. Die Spannung bleibt – werden weitere Milliarden-Deals rollen oder geht Continental auf Nummer sicher? Eines steht fest: Der Reifenriese will sich nicht bloß treiben lassen, sondern aktiv steuern. Und manchmal ist das wie ein Reifentausch während der Fahrt – riskant, aber mit dem Potenzial, entscheidende Rennen zu gewinnen.

Was steckt hinter Contis neuen Plänen?

Continental will nach der Aufspaltung seine Stellung als einer der vier marktdominierenden Reifenbauer nicht nur halten, sondern kraftvoll ausbauen. Hierbei setzt der Konzern nicht auf organisches Wachstum, sondern plant gezielte Übernahmen – bevorzugt Spezialreifenhersteller sowie den Ausbau in Asien, Amerika und Europa. Durch eine jährlich hohe Eigenkapitalrendite und reduzierte Verschuldung kann Continental dafür Milliarden investieren, was Experten zufolge die Wettbewerbslandschaft vor allem in Asien ordentlich in Bewegung bringen dürfte.

Aktuelle Entwicklungen aus der Medienlandschaft

  • Spiegel: Laut "Der Spiegel" plant Continental nach der Fokussierung auf das Reifensegment strategisch bedeutende Zukäufe, besonders im Bereich Spezialreifen und in neuen Märkten wie Asien und Amerika. Die Unternehmensführung sieht sich finanziell gut gerüstet und möchte ihre Rolle im global stark wachsenden und konsolidierenden Reifenmarkt weiter ausbauen. (Quelle: Spiegel)
  • FAZ: Die FAZ berichtet, dass Conti-Chef Kötz die Reduzierung der Unternehmensschulden als Chance für größere Übernahmen nutzt. Ziel sei es, durch Zukäufe langfristig nachhaltiger und innovativer zu werden, um sich gegen die wachsende Konkurrenz aus Asien und den nachhaltigen Mobilitätswandel zu behaupten. (Quelle: FAZ)
  • Süddeutsche Zeitung: In der "Süddeutschen Zeitung" ist zu lesen, dass Continental mit seiner neuen Strategie versucht, die eigene Position gegenüber chinesischen und anderen globalen Konkurrenten zu stärken. Neben finanzieller Schlagkraft spielt dabei der Ausbau der Partnerschaften zu E-Auto-Herstellern eine wachsende Rolle. (Quelle: Süddeutsche Zeitung)

Zusatzinfos

Jüngsten Medienberichten zufolge ist der globale Reifenmarkt einem enormen Wandel unterworfen: Da E-Mobilität und neue Fahrzeughersteller – insbesondere aus China – an Einfluss gewinnen, steigen die Anforderungen an Innovation, Nachhaltigkeit und Flexibilität der Zulieferer. Somit müssen auch deutsche Branchenriesen wie Continental die Zeichen der Zeit erkennen und je nach Marktdynamik mutig agieren. Experten sind sich einig, dass gezielte Übernahmen die Energiewende im Mobilitätssektor beschleunigen könnten – sofern sie nicht etwa an regulatorischen oder geopolitischen Hürden scheitern.

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