Wenn Oberhof ruft, dann kommt die Weltspitze des Rennrodelns - so ist es auch im Januar 2026. Nahezu einhundert Schlitten aus 21 Ländern, darunter 133 Athlet:innen, treten in der LOTTO Thüringen Eisarena zum 7. EBERSPÄCHER Weltcup an. Die Vielfalt reicht von Einzelrennen der Damen und Herren bis zu Doppelsitzern; und, das ist diesmal ganz neu: Am Samstag feiern Mixed-Events ihre Europameisterschaftspremiere. Die Idee? Teams, die sich aus Männern und Frauen – sowohl in Einzel als auch im Doppel – zusammensetzen, kurbeln Dynamik und internationalen Austausch an. Besonders bemerkenswert: Die Starter können sogar nationenübergreifende Duos bilden, was für frischen Wind und ungewohnte Allianzen sorgt.
- Eigentlich hätte der letzte Weltcup vor den Olympischen Spielen ursprünglich am Königssee stattgefunden, doch technische Pannen durch eine defekte Kälteleitung machten Oberhof zum spontanen Rettungsanker.
Das EM-Debüt der Mixed-Konkurrenz markiert eine Zeitenwende, meint zumindest Sportdirektor Böhmer. „Viele kleinere Rodelnationen profitieren, denn sie können erstmals auch ohne komplettes Team teilnehmen.“ Die Begeisterung unter Athlet:innen und Zuschauenden spricht offenbar für einen nachhaltigen Trendwechsel im Sport. Im Mixed-Weltcup sind es bisher vor allem Deutschland und Österreich, die sich die Medaillenplätze teilen – aber das Spektrum scheint sich zu weiten.
In den Einzel- und Doppelwertungen ist das Klassement knapp: Bei den Damen liefern sich Lisa Schulte und Julia Taubitz ein Kopf-an-Kopf-Rennen, im Herrenbereich dominiert Jonas Müller. Die österreichischen Doppelsitzerinnen Egle/Kipp sind praktisch aufs Podest gebucht, während Wendl/Arlt bei den Herren Doppelsitzern kaum zu schlagen sind. Interviews zeigen das Spektrum menschlicher Gefühle im Eiskanal: Von zweimaliger Bronzefreude (Natalie Maag) über technische Frustmomente bis zu ekstatischer Begeisterung (Jessica Degenhardt).
Ergänzt wird das Sportfest durch die AXA Winterwelt, in der vor allem Kinder sportlichen Nervenkitzel schnuppern können. Und während Skechers als neuer Ausrüster für den nötigen Grip am Schuh sorgt, ist der Blick vieler bereits nach vorn gerichtet: Mailand-Cortina 2026 naht. Für Inspiration sorgen Porträts von Legenden wie Armin Zöggeler bis zu Newcomern aus Down Under oder Multitalenten wie Wolfgang Kindl. Zeitplan und Ergebnisse sind wie gewohnt digital einsehbar. Offenbar genug Stoff für ein Wochenende zwischen Tradition und Aufbruch – mit etwas knisternder Unvorhersehbarkeit.
Die diesjährigen Europameisterschaften bringen mit Mixed-Events eine zukunftsweisende Neuerung auf die Eisbühne von Oberhof und fördern dabei gezielt kleinere Verbände, die oft nicht über einen kompletten Athletenpool verfügen. Besonders die Verschiebung des Weltcups nach Oberhof unterstreicht die Flexibilität und das Organisationsgeschick der Ausrichter, da die ursprünglich geplante Strecke am Königssee überraschend ausfiel. Auffällig ist ferner, dass die Dominanz etablierter Nationen wie Deutschland und Österreich zwar weiterhin Bestand hat, aber durch die Möglichkeit internationaler Mixed-Teams die Türen für mehr sportliche Überraschungen weit geöffnet werden.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass der Rodelsport zunehmend auf mehr Vielfalt und Inklusion setzt: Auch in der internationalen Berichterstattung findet sich positive Resonanz zu innovativen Wettbewerbsformaten und Initiativen im Nachwuchsbereich. Zeitgleich wächst vor den Olympischen Winterspielen 2026 die mediale Aufmerksamkeit rund um Training, Materialentwicklung und Athletengeschichten – ein Trend, der dem Sport spürbar neue Impulse gibt.