Erster Rückstand, dann Turbowende: Leipzig besiegt Augsburg spät

RB Leipzig hat am 25. Spieltag der Bundesliga Moral bewiesen: Gegen den FC Augsburg drehte die Mannschaft ein 0:1 in ein 2:1. Zwar wirkte Leipzig zunächst klar überlegen, verzweifelte aber immer wieder an der kompakten Defensive der Gäste und an sich selbst.

heute 17:36 Uhr | 2 mal gelesen

Die Gäste aus Augsburg erwiesen sich als erstaunlich effizient. Während Leipzig in der ersten Halbzeit gefühlt ständig am und um den Strafraum herummurmelte, brauchte Augsburg im Prinzip nur einen energischen Angriff: Einen Konter, sauber zu Ende gespielt von Robin Fellhauer, kurz vor dem Halbzeitpfiff – schon klingelte es. Zuvor hatte Augsburg sogar die große Gelegenheit zur Führung, doch Schlotterbeck scheiterte mit einem vergleichsweise schwach getretenen Elfmeter an Vandevoordt. Nach dem Seitenwechsel schaltete Leipzig hoch, fast so, als hätten sie plötzlich die Bedeutung der Aufgabe verstanden. Der Augsburger Keeper Dahmen gönnte ihnen aber erstmal keinen Treffer, hielt selbst unmögliche Schüsse irgendwie fest. Letztlich war es dann Diomande, der nach einem sehenswerten Spielzug und feiner Vorarbeit von Harder zum umjubelten Ausgleich traf. So richtig wild wurde es in der Nachspielzeit: Ein unglückliches Eigentor von Augsburgs Arthur Chaves in der 92. Minute – und das Momentum kippte endgültig zugunsten der Hausherren. Ein klassischer Spielverlauf von Hoffnungslosigkeit zu Euphorie, wie Fußball es manchmal eben vorsieht. Ansonsten brachte der Samstag weitere unterhaltsame Ergebnisse: Freiburg und Leverkusen trennten sich spektakulär 3:3, Mainz und Stuttgart lieferten ein 2:2, Heidenheim unterlag Hoffenheim mit 2:4, und der HSV setzte sich überraschend mit 2:1 in Wolfsburg durch.

Leipzig bestätigt mit dem dritten Comeback-Sieg in Folge seinen Ruf als Team mit starkem Mentalitätsplus. Besonders auffällig war die physische und psychische Widerstandsfähigkeit nach Rückschlägen – gerade in einer Phase, in der die Mannschaft wegen personeller Engpässe und hoher Belastung besonders gefordert war. Betrachtet man die Entwicklung seit der Winterpause, zeigt sich, dass Trainer Marco Rose die Ausfälle zwar beklagt, aber das Offensivspiel zuletzt strukturierter und variabler aufzieht. Augsburgs effektive Spielweise erinnert ein wenig an das Prinzip 'weniger ist mehr': Wenige Chancen, dafür aber immer mit gefährlichem Ende. Aktuell bleibt Leipzig auf Tuchfühlung zu den Champions-League-Plätzen, während Augsburg einen Dämpfer im Kampf um das gesicherte Mittelfeld erhält. Es gibt Stimmen, die sich fragen, wie lange Leipzig diese Kraftakte durchhält – denn irgendwann quittieren auch die stärksten Nerven die ständigen Adrenalinkicks.

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