Gewinnsprünge bei Ölkonzernen durch Iran-Krise: Preise an Zapfsäulen steigen über Maß

Während der Konflikt zwischen Iran und Israel die Welt in Atem hält, sorgen Mineralölkonzerne in Deutschland für wachsende Margen – die Spritpreise steigen deutlich stärker als die Rohölkosten.

heute 16:47 Uhr | 2 mal gelesen

Eine Untersuchung des Wirtschaftsexperten Johannes Schwanitz, über die der 'Spiegel' berichtet hat, bringt Licht ins schmutzige Dunkel der derzeitigen Benzinpreisentwicklung. Demzufolge explodierten die Preise an deutschen Tankstellen seit Beginn des Iran-Konflikts, deutlich schneller, als es die Rohstoffmärkte eigentlich hergeben würden. Der Preis je Liter Rohöl der Sorte Brent stieg binnen weniger Tage tatsächlich um rund 8 Cent – doch an den Zapfsäulen kostet Super E5 seitdem rund 17 Cent mehr. Zieht man die Mehrwertsteuer ab, bleiben etwa 14,3 Cent zusätzlicher Erlös pro Liter – beinahe das Doppelte dessen, was angebracht wäre. Völlig aus dem Ruder läuft der Dieselpreis: Im Schnitt verteuerte sich der Liter von 1,74 auf 2,04 Euro, das entspricht einem Plus von 30 Cent, wovon die Betreiber ohne Steuern etwa 25,2 Cent mehr einstecken. Schwanitz kritisiert explizit ein altes Muster: Bereits während der Energiekrise 2022 hatte die Branche ähnlich agiert – als der Ukraine-Krieg die Märkte erschütterte, legten die Spritpreise in Deutschland teils ungleich stärker zu als der Einkaufspreis für Rohöl überhaupt nötig gemacht hätte. Vielleicht ist es Zufall, vielleicht Kalkül – jedenfalls bezahlen Autofahrer derzeit einen Aufpreis, der sich kaum sauber rechtfertigen lässt.

Der Artikel beleuchtet, wie Mineralölunternehmen in Deutschland während politischer Krisensituationen wie dem Iran-Krieg oder dem Ukraine-Krieg regelmäßig ihre Gewinnspannen bei Kraftstoffen anheben. Die Preiserhöhungen für Benzin und Diesel sind laut einer detaillierten Analyse von Johannes Schwanitz weit drastischer, als es durch gestiegene Rohölpreise erklärbar wäre. Neuere Berichte, unter anderem von 'taz', 'Die Zeit' und 'Süddeutsche Zeitung', bestätigen, dass sich dieses Muster europaweit abzeichnet: In Frankreich, Spanien und Italien wurden zuletzt ähnlich starke Tankstellenpreissteigerungen beobachtet, meist begründet mit Kriegsängsten und Lieferengpässen, obwohl die Preisaufschläge weit über die realen Mehrkosten hinausgehen.

Schlagwort aus diesem Artikel