Im digitalen ZDF-Intranet brodelt es: Rund sechshundert Beschäftigte stellen sich offen gegen die bislang unbekannte Person aus den Reihen des Senders, die jüngst vertrauliche Mitschnitte einer Krisenrunde unerlaubt nach außen gespielt haben soll. Personalrat Hubert Krech fand im Intranet deutliche Worte an den anonymen 'Leaker' – in einem Kommentar, der zum beispiellos gelikten Intranet-Posting avancierte. 'Du meinst wirklich, Du hast dem ZDF und den Chefs mal gezeigt, wo’s langgeht? Überleg dir das mal', so Krech, zwischen Empörung und bitterem Humor pendelnd. Fast 600 Mitarbeiter gaben dem Text einen Daumen hoch – angeblich ein neuer Rekord für die interne Kommunikation beim Rundfunksender.
Die heimlich angefertigten Tonmitschnitte und Protokolle aus der sogenannten OpenCR-Versammlung haben mittlerweile ihren Weg zu mehreren Medienportalen gefunden. Das Portal 'Nius' brachte O-Töne aus der Konferenz, unter anderem von Chefredakteurin Bettina Schausten oder dem USA-Korrespondenten Elmar Theveßen. Auch der 'Spiegel' zitiert inzwischen direkt aus dem ZDF-Intranet. Krech beschuldigte in seinem geposteten Statement die Verantwortlichen, den Gegnern von ARD und ZDF Munition geliefert und darüber hinaus das kollegiale Vertrauensverhältnis massiv gestört zu haben. Besonders betroffen seien Kolleginnen und Kollegen gewesen, die offen in der OpenCR-Versammlung sprachen und deren Äußerungen nun auf ausgerichteten Medienportalen veröffentlicht wurden. Fazit von Krech: Für diejenigen, die öffentlich gegen die Öffentlich-Rechtlichen wettern, sei der Leaker nichts weiter als ein 'nützlicher Idiot', ein Werkzeug im Kampf gegen die eigene Organisation.
Im ZDF geht die Erschütterung nach dem Skandal um KI-Bilder und den damit verbundenen Vertrauensbruch nicht vorbei: Ein unbekannter Mitarbeiter hat Mitschnitte einer internen Krisensitzung – in der man die Affäre um künstliche Intelligenz behandelte – unerlaubt an externe Medien gegeben. Personalrat Hubert Krech warf dem anonymen Whistleblower öffentlich vor, das Vertrauen und die Solidarität untereinander schwer beschädigt zu haben und denen in die Hände zu spielen, die gezielt ARD und ZDF schaden wollen. Nach Recherchen der 'Süddeutschen', des 'Spiegel' und der 'Zeit' hat diese Affäre nicht nur die Diskussion über Ethik und Transparenz im Journalismus neu entfacht, sondern auch organisatorische Schwachstellen im Umgang mit Krisenkommunikation innerhalb öffentlich-rechtlicher Anstalten aufgezeigt. Derlei Weitergabe vertraulicher Informationen wirft auch neue Fragen zur Absicherung digitaler Kommunikationswege und dem Umgang mit Loyalitätskonflikten in großen Medienhäusern auf. Inzwischen wird vermehrt intern geprüft, wie künftig mit sensiblen Sitzungen verfahren werden soll, um das wiederholte Abfliessen von Interna zu verhindern.