Teuerung im Euroraum: Energiepreise schießen Inflation in die Höhe

Im August zeigt die Eurostat-Schätzung: Die Inflation im Euroraum legt klar zu, während die Kerninflation ein wenig nachgibt. Besonders die Energiesparte gibt den Ton an – mit Folgen für Verbraucher und die Notenbank.

heute 11:25 Uhr | 2 mal gelesen

Die Entwicklung der Inflation im Euroraum nimmt wieder deutlicher Fahrt auf. Laut erster, frisch veröffentlichter Schätzung von Eurostat klettert die jährliche Teuerungsrate im August auf 3,3 Prozent, verglichen mit 2,9 Prozent im Vormonat. Klingt nach nicht viel, macht aber an der Supermarktkasse einen erschreckenden Unterschied – vor allem für diejenigen, bei denen jeder Cent zweimal umgedreht wird.

Die Sache mit der Kerninflation

Interessanterweise sinkt die sogenannte Kerninflation ein wenig – von 2,5 auf 2,4 Prozent. Die Europäische Zentralbank schaut darauf besonders genau, denn sie berücksichtigt keine Energie, keine Lebensmittel. Irgendwie ironisch: Die gesamte Inflationsrate zieht an, aber wenn man auf den Kern schaut, beruhigt sich die Lage leicht. Ob das Mut macht? Nicht unbedingt.

Energie als Preismotor

Der eigentliche Elefant im Raum ist aber – mal wieder – die Energie. Eurostat erwartet für August einen Preisanstieg von 14,3 Prozent in diesem Bereich, verglichen mit eh schon hohen 10,3 Prozent im Juli. Im Gegensatz dazu entwickelt sich der Dienstleistungssektor moderater, mit einer Steigerung von 3 statt vorher 3,3 Prozent. Lebensmittel, Alkohol und Tabak bleiben zum zweiten Mal bei 1,2 Prozent, bei Industriegütern ohne Energie gibt’s einen leicht spürbaren Anstieg.

Ein Flickenteppich aus Zahlen

Schaut man auf die Länder, gibt es krasse Unterschiede. Litauen steht erneut ganz oben – 5,8 Prozent Teuerung im Juli. Estland? Nur 1,3 Prozent. Diese große Spreizung zwischen den Länderdaten wirkt fast willkürlich und bringt enorme Herausforderungen für die europäische Geldpolitik.

Was passiert hinter den Kulissen?

Für EZB-Chefin Christine Lagarde und ihr Team bleibt das Inflationsbild zwiespältig. Die Kernrate sinkt leicht – das ist auf dem Papier beruhigend, aber der Abstand zum Zielwert von zwei Prozent bleibt ziemlich groß. Ganz ehrlich, ein weiteres Argument, weiter in Sachen Leitzinsen aufs Bremspedal zu treten oder es zumindest nicht schleifen zu lassen.

Was heißt das jetzt?

Ob die neuen Energiepreise nur ein kurzes Strohfeuer entfachen oder die Flamme am Brodeln halten, entscheidet ganz viel darüber, wie hart die EZB reagieren muss. Der Flickenteppich der Preisentwicklung bleibt – nationale Sonderwege, hausgemachte Steuern und ganz praktische Alltagsprobleme bestimmen, wie sehr es den Leuten wirklich wehtut. Dort, wo Energie wirklich ein großer Posten ist, bleibt die Unsicherheit hoch – speziell für Haushalte am Limit.

Die Inflation im Euroraum steigt im August laut Eurostat auf voraussichtlich 3,3 Prozent – insbesondere angetrieben von stark gestiegenen Energiepreisen. Die Kerninflation wiederum zeigt mit 2,4 Prozent leichte Entspannung, bleibt aber über dem EZB-Ziel. Ein entscheidender Unsicherheitsfaktor für die kommenden Monate ist, wie dauerhaft die Energiepreise hoch bleiben; für Verbraucher in Ländern mit besonders hohem Teuerungstempo bedeutet das zunehmend spürbare Belastungen.

Aktuelle Artikel berichten, dass steigende Energiepreise, anhaltende Unsicherheiten an den Energiemärkten und globale Lieferengpässe weiterhin die Haupttreiber für die Inflation in Europa darstellen. Hinzu kommt, dass in vielen Mitgliedstaaten Maßnahmen zur Begrenzung der Verbraucherpreise diskutiert werden, die aber häufig unter politischen Beschuss geraten. Die EZB steht nun vor der schwierigen Aufgabe, ihre Zinspolitik zwischen Inflationsbekämpfung und Wachstumsrisiken weiter auszutarieren.

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