22 verurteilte Straftäter auf Sammel-Abschiebeflug – Maschine landet in Kabul

Wieder hat ein Flugzeug in Leipzig in der Nacht Richtung Afghanistan abgehoben – diesmal mit 22 Menschen an Bord, die in Deutschland wegen verschiedener Straftaten verurteilt wurden. Bundespolizisten und Dolmetscher begleiteten die Aktion, die Abschiebungsdebatte nimmt weiter an Schärfe zu.

heute 11:53 Uhr | 3 mal gelesen

In manchen Nächten – heute war es wieder so weit – steigen am Flughafen Leipzig Flugzeuge auf, deren Passagierliste niemand aus freien Stücken unterschreiben würde. Im aktuellsten Fall: 22 Männer, allesamt als Straftäter in Deutschland rechtskräftig verurteilt.

Organisation hinter den Kulissen

So ein Abschiebungsflug läuft nach einem fest eingespielten Muster – Polizei, Dolmetscher, Behördenvertreter. Ziel diesmal: Kabul, Afghansitan. Berichten zufolge wurde der Flug um 0:30 Uhr von Leipzig aus gestartet und landete am Morgen darauf im Osten.

Rein logistisch ist das eine Herkulesaufgabe: Wer koordiniert, hält Kontakt in alle Richtungen, begleitet während des Transports? In den meisten Fällen kommen Spezialeinheiten der Bundespolizei ins Spiel, sie reisen mit und sorgen für "Stabilität" – zumindest für die Dauer der Reise.

Weshalb genau wird abgeschoben?

Die Gründe für die Ausweisung sind alles andere als trivial: Bei den Betroffenen handelt es sich laut offiziellen Angaben durchweg um Gewalt- oder Eigentumsdelikte. Soweit bekannt: Körperverletzung, Diebstahl, Bedrohung, sexuelle Belästigung, ja sogar versuchter Totschlag stehen in den Akten.

Dass diese Männer abgeschoben werden, soll ein Signal an die Gesellschaft senden, dass Deutschland bei schweren Straftaten Härte zeigt – so zumindest wie es von politischen Akteuren regelmäßig betont wird. Rechtlich basiert das Ganze auf der Ausreisepflicht nach rechtskräftiger Verurteilung. Offen bleibt: Wie menschlich ist das noch angesichts der Lage vor Ort?

Wie läuft die Begleitung?

Damit während des Transfers keine Komplikationen entstehen, reist neben dem Sicherheitspersonal auch ein Team aus Dolmetschern mit. Klingt selbstverständlich, aber irgendwo ist es auch eine Gratwanderung: Sprachliche Vermittlung, aber beim Abschied.

Die Vertreter der Bundespolizei achten vor allem darauf, dass der Ablauf sicher und möglichst reibungslos erfolgt. Was danach mit den Abgeschobenen in Kabul passiert, bleibt im Nebel. Weder Überwachung noch Kontrolle sind dann noch möglich.

Dauerbrenner: Politische und rechtliche Kontroversen

An keinem Punkt stoßen Abschiebungen nach Afghanistan auf einfachen Konsens. Menschenrechtsgruppen laufen regelmäßig Sturm – sie warnen seit Jahren vor Gewalt, Terror und humanitären Engpässen. Auf der anderen Seite besteht politisch enormer Druck, Abschieberegeln gerade für straffällige Migranten konsequent umzusetzen.

Der Flug diesmal betrifft nur verurteilte Straftäter – eine Differenzierung, die in offiziellen Statements immer wieder betont wird, als hätte das irgendetwas mit der Sicherheitssituation der Abgeschobenen in Afghanistan zu tun. Manches wirkt dabei fast wie Ritualpolitik, irgendwo zwischen Durchsetzungskraft und Symbolhandlung. Klar ist: Für die Herkunftsländer sowie deutsche Behörden bleibt die Umsetzung extrem aufwendig.

Sicherheitsinteressen versus humanitäre Standards?

Diese Frage zieht sich – mal lauter, mal leiser – durch alle Diskussionen zu Sammelabschiebungen. Wie lässt sich wirksamer Schutz für die Gesellschaft in Deutschland mit menschenrechtlichen Standards vereinbaren?

Experten zufolge wird die Debatte um Abschiebungen und Rückführungsabkommen durch solche Flüge immer neu befeuert. Nicht zuletzt bleibt offen, wie oft und wie lange solche Transporte künftig stattfinden – vor allem, weil die Sicherheitslage in Afghanistan nahezu undurchschaubar ist. Bleibt wohl vorerst: viele offene Fragen und eine politische Debatte, die wahrscheinlich noch eine Weile weiterköcheln wird.

Komplexe Debatte um Sammelabschiebungen

Ein erneuter Abschiebeflug mit 22 Straftätern von Leipzig nach Kabul macht die komplizierte Gemengelage aus Sicherheit, Menschenrechten und politischer Verantwortung erneut sichtbar. Afrikaweite Anerkennung oder gar Zustimmung gibt’s kaum, zumal Afghanistan weiterhin als extrem gefährliches Herkunftsland gilt – Berichte analysieren regelmäßig die Risiken, denen Abgeschobene nach ihrer Ankunft ausgesetzt sind. Innenpolitisch wächst der Druck auf die Regierung, klare Kante bei Abschiebungen zu zeigen: Immer lauter fordern einzelne Bundesländer und Teile der Bevölkerung Maßnahmen gegen als gefährlich eingestufte Ausländer.

Neue Details und politische Entwicklungen

Aktuelle Nachrichtenportale berichten, dass nach wie vor die rechtliche Durchsetzbarkeit von Abschiebungen (insbesondere bei Straftätern) von der Sicherheitslage am Zielort abhängt; das Auswärtige Amt liefert dafür regelmäßig Bewährungsprognosen. Zahlreiche NGOs kritisieren, dass selbst verurteilte Straftäter in Afghanistan schweren Bedrohungen ausgesetzt sein können, darunter Hunger, Obdachlosigkeit und Vergeltungsakte. Zusätzlich wird in den Medien diskutiert, ob Rückführungen künftig angesichts der angespannten Sicherheitslage überhaupt noch praktikabel sind – einige Kommentatoren sehen darin vor allem symbolpolitische Maßnahmen, keine tragfähigen Lösungen.

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