IWH: Mögliche AfD-Regierung könnte Sachsen-Anhalt wirtschaftlich ins Minus treiben

Das renommierte Wirtschaftsforschungsinstitut IWH schlägt Alarm: Sollte die AfD in Sachsen-Anhalt nach der Landtagswahl regieren, droht dem Bundesland laut Experten ein erheblicher Verlust an Arbeitskräften und Wertschöpfung – vor allem, wenn die Politik sich gegen Zuwanderung stellt.

heute 12:36 Uhr | 2 mal gelesen

Sachsen-Anhalt erlebt derzeit ungewöhnlich bewegte Zeiten. Wie das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) anhand aktueller Zahlen aufzeigt, steht das Bundesland vor einer kritischen Weggabelung.

Demografie – ein unterschätzter Sprengsatz

Nur mal zum Vergleich: In kaum einem anderen Bundesland ist die Altersstruktur so unausgewogen. Die älteren Jahrgänge dominieren – was vielleicht niemanden wundert, der hier mal den Bus zur Mittagszeit nimmt. Und ausgerechnet in Sachsen-Anhalt ist der Anteil ausländischer Beschäftigter besonders niedrig; nach wie vor tun sich viele Unternehmen schwer, offene Stellen überhaupt noch besetzt zu bekommen – besonders im Handwerk schweigen die Telefone immer öfter.

Migrationspolitik als wirtschaftliche Stellschraube

Das IWH warnt ziemlich deutlich: Sollte sich ab Herbst ein politischer Wind gegen Zuwanderung drehen, wäre das für die Wirtschaft ein Risiko mit Ansage. Schon jetzt fehlen laut Institut mittelfristig tausende Arbeitskräfte, doch eine verschärfte Politik gegen Migration könnte die Lücke regelrecht aufreißen. Das Institut spricht davon, dass bis 2031 unter diesen Umständen bis zu 46.000 Arbeitsstellen unbesetzt bleiben könnten – dagegen sind die aktuellen Engpässe fast harmlos.

Millardenverluste und ganz konkrete Lücken

Worüber oft akademisch geredet wird, hat für Unternehmen und Patienten ganz reale Folgen. Präsident Reint Gropp rechnet vor: Wenn Sachsen-Anhalt in Sachen Zuwanderung die Tür zuschlägt, drohen Wertschöpfungsverluste von bis zu 3,2 Milliarden Euro. Betroffen sind nicht nur die großen Industrien – selbst Zahnarztpraxen, der Bäcker um die Ecke oder Krankenhäuser könnten ihre Services zurückfahren müssen. Wen wundert es, dass immer mehr Betriebe auf Notlösungen setzen, wie reduzierte Öffnungszeiten oder weniger Servicepersonal?

Wahlkampf und Arbeitsmarkt: Viel mehr als nur Theorie

Vieles hängt von der Landtagswahl am 6. September ab. Aktuelle Umfragen sehen die AfD gefährlich nah an der Schwelle zur Regierungsbildung – und deren Position zur Migration ist bekanntlich restriktiv. Das IWH rückt deshalb die Folgen für ganze Branchen ins Rampenlicht: Gastronomie, Bau, Logistik, und allen voran das Gesundheitswesen kämpfen längst mit Personalnot. Macht sich Sachsen-Anhalt für Zuwanderer unattraktiv, könnte das Problem seinen nächsten Höhepunkt erleben.

Ungewisse Aussichten trotz klarer Daten

Noch ist nicht alles verloren. Entscheidend wird sein, wie die nächste Regierung den migrationspolitischen Kurs ausrichtet und ob sie die Zeichen der Zeit erkennt. Die IWH-Studie erinnert schmerzhaft daran, dass Wirtschaft und Gesellschaft in Sachsen-Anhalt längst nicht unabhängig von bundesweiten Trends sind. Sie ist fast so etwas wie ein Weckruf – für alle, die meinen, mit Abschottung könne man das demografische Problem einfach ignorieren. Die nächsten Monate werden zeigen, ob diese Warnung zu spät kommt oder tatsächlich noch Gehör findet.

Große wirtschaftliche Risiken durch mögliche AfD-geführte Landesregierung

Das Leibniz-Institut Halle warnt: Eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt mit migrationsfeindlichem Kurs könnte das ohnehin schon angespannte Arbeitsmarkt- und Demografieproblem beträchtlich verschärfen. In den vergangenen Jahren trug die Integration von Geflüchteten wesentlich dazu bei, dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken, was laut Zahlen des Statistischen Landesamts gerade im Gesundheitsbereich deutlich wurde. Der Wertschöpfungsverlust von bis zu 3,2 Milliarden Euro und bis zu 14.000 zusätzlichen fehlenden Beschäftigten verschaffen dem Thema eine Dringlichkeit, die im aktuellen Wahlkampf eine immer größere Rolle spielt.

Ergänzende aktuelle Nachrichtenlage

Nach meiner Internetrecherche verdeutlichen mehrere Berichte die Ernsthaftigkeit des Themas. Die Debatte in Sachsen-Anhalt zwischen Fachkräftemangel, Zuwanderung und politischer Stimmungslage hat sich in den letzten Tagen nochmals verschärft, da Unternehmer öffentlich warnen, dass Investitionen und Existenzgründungen ausbleiben könnten, sollte eine ausländerfeindliche Politik die Landesidentität prägen. Zeitgleich berichten landesweite Medien, dass bereits heute mehrere Kliniken und Pflegeeinrichtungen Schwierigkeiten haben, ihren Betrieb aufrechtzuerhalten, teilweise mit verkürzten Öffnungszeiten, weil das Personal schlicht fehlt. Hinzu kommt, dass Experten laut neuesten Analysen davon ausgehen, dass Zuwanderung künftig nicht nur zur Arbeitsplatzsicherung, sondern auch als vitales Element für die Innovationskraft der Region gesehen werden müsse, wohingegen migrationsfeindliche Politik dieser Entwicklung entgegenstünde.

Schlagwort aus diesem Artikel