Trump kündigt Kürzung der Manöver mit Südkorea an

Donald Trump will die großen Militärmanöver der USA mit Südkorea deutlich zurückfahren – und begründet das nicht nur mit Geld.

heute 06:38 Uhr | 2 mal gelesen

Mit einiger Vehemenz hat Donald Trump – wie man es von ihm so kennt – auf Truth Social angekündigt, die umfangreichen militärischen Gemeinschaftsübungen mit Südkorea einzuschränken. Neben enormen Kosten stören ihn laut eigenen Aussagen vor allem die Signale, die an Nordkorea ausgesendet würden: 'Überzogen, feindselig und einfach nicht angemessen.' Er berief sich dabei auf sein – schon viel diskutiertes – Verhältnis zu Kim Jong-un. Offenbar hat Trump das Pentagon, konkret Minister Pete Hegseth, bereits angewiesen, den Umfang der Übungen deutlich zu verkleinern. Komplett abgesagt werden sie allerdings nicht – angeblich sei es dafür 'zu spät' gewesen. Interessant ist auch ein Seitenhieb auf Südkorea: Gerade erst bat Trump Präsident Yoon, sich an Initiativen zur Einhegung des iranischen Atomprogramms zu beteiligen. Die südkoreanische Regierung, so Trumps Darstellung, wollte davon jedoch nichts wissen; einen Zusammenhang mit dem Abzug der Übungen bestreitet er allerdings ausdrücklich. Eigentlich hätten zehntausende Soldaten beider Länder knapp zwei Wochen lang trainiert, um im Falle eines Angriffs aus dem Norden gewappnet zu sein. In Nordkorea kamen diese Pläne – wenig überraschend – denkbar schlecht an. Aus Pjöngjang hieß es prompt, die Manöver würden die Region destabilisieren und böten eine 'Generalprobe für Krieg'. Man könnte meinen, hierbei prallen politische Inszenierung und reale Sicherheitsinteressen hart aufeinander.

Trump versucht weiterhin, außenpolitische Spannungen auf ungewöhnliche Art zu entschärfen oder zumindest nach außen als Gesprächspartner gegenüber Nordkorea aufzutreten, indem er Militärübungen als Provokation einstuft und sie zurückschrauben lässt. In den USA und in Südkorea kommt dieses Vorgehen sowohl auf Skepsis als auch Zustimmung – die südkoreanische Regierung bleibt betont gelassen, während Militärs in Südkorea und den USA betonen, die gemeinsamen Übungen seien für die Abschreckung gegenüber Nordkorea unerlässlich. Jüngste Recherche zeigt außerdem, dass in Südkorea selbst die Debatte über mehr Unabhängigkeit von US-Militärpräsenz Fahrt aufnimmt, vor allem angesichts eines sich verändernden globalen Machtgefüges. Nicht zuletzt erkennt man hinter Trumps Aussagen wiederkehrende Motive: Kostenersparnis und das Austesten politischer Alternativen zu martialischer Abschreckung. International werden die Beweggründe Trumps zwiespältig gesehen – während China und Russland die reduzierten Manöver sicherlich begrüßen, warnen Japan und manche Stabschefs im Pentagon vor zu viel Wohlwollen gegenüber Nordkorea. Aktuell bleibt ungewiss, wie Nordkorea tatsächlich auf weniger Militärpräsenz reagieren wird – erste Hinweise deuten auf eine Zunahme propagandistischer Manöver statt realer Entspannung.

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