Wohnungsmarkt: Mieterbund warnt vor verfrühten Hoffnungen

Melanie Weber-Moritz vom Deutschen Mieterbund freut sich über mehr Baugenehmigungen – sieht aber keinen Grund zur Euphorie. Vor allem günstiger Wohnraum bleibe Mangelware.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Zugegeben, es klingt erst mal nicht schlecht, wenn neuerdings mehr Baugenehmigungen erteilt werden. Trotzdem gibt Melanie Weber-Moritz, Chefin des Mieterbunds, sich im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ zurückhaltend: „Das reicht noch nicht für eine Trendwende.“ Die Zahlen seien lediglich ein kleiner Lichtblick nach jahrelanger Flaute – und zwischen Papier und Wirklichkeit liege oft noch ein ziemlicher Graben. Eigentlich, so sagt sie, stapeln sich aktuell mehr als 760.000 genehmigte, aber eben nicht gebaute Wohnungen in der Warteschleife. Das klingt, als läge da ein unsichtbarer Deckel auf dem Kochtopf – der Dampf staut sich, aber vom Ende der Wohnungsnot ist keine Rede. Weber-Moritz betont: Wirklich entscheidend sei, bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen – denn was hilft ein Bau-Boom, wenn er am Ende bloß teure Lofts produziert? Förderprogramme müssten klar sozial wirken, nicht hochpreisig, appelliert sie weiter an die Politik. Zur Lösung gehören für sie auch: langfristiger Mieterschutz, wirksame Mietpreisbremsen mit echten Strafen und konsequentes Vorgehen gegen Mietwucher. Nur dann bleibt Wohnen für viele tragbar, nicht nur für wenige Glückliche. Und ehrlich: Wer kennt sie nicht, die entnervenden Wohnungssuchen, die jede Hoffnung auf günstige vier Wände wie Seifenblasen zerplatzen lassen?

Der Deutsche Mieterbund hat die moderat gestiegene Zahl der Baugenehmigungen als positives Signal aufgenommen – bleibt aber skeptisch, ob dies tatsächlich zu einer Entspannung am Wohnungsmarkt führt. Denn laut der Präsidentin Melanie Weber-Moritz gibt es einen enormen Rückstau an genehmigten, aber noch nicht realisierten Projekten, und viele neue Wohnungen sind einfach zu teuer. Sie fordert deshalb, dass die Bundesregierung den sozialen Wohnungsbau massiv ausweitet und Mieterschutzinstrumente wie eine effektive Mietpreisbremse verschärft. Darüber hinaus ergaben aktuelle Recherchen: Die Bundesregierung sieht sich auch auf Druck der Länder gezwungen, Planungs- und Baubeschleunigungen voranzutreiben, wobei der soziale Wohnungsbau weiterhin das Sorgenkind bleibt. Laut jüngsten Medienberichten wird etwa in Berlin eine ganze Serie neuer Förderprogramme für bezahlbaren Wohnraum angekündigt, gleichzeitig warnen Ökonomen jedoch vor steigenden Baukosten und Zinsbelastungen. Die Debatte um Mietpreisdeckel und verstärkte Kontrollen gegen Mietwucher nimmt an Schärfe zu, nachdem Berichte häufen, dass viele Investoren Projekte zurückstellen oder stornieren, weil sich deren Rentabilität kaum noch rechnet.

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