CDU plant Bewerbung um Fußball-WM 2042 – Deutschland als Gastgeber im Visier

Die CDU verfolgt das Ziel, dass Deutschland erneut Gastgeber einer Fußball-Weltmeisterschaft wird – und zwar im Jahr 2042. Das geht aus einem Antrag für den bevorstehenden CDU-Parteitag hervor, wie die "Rheinische Post" berichtet.

heute 13:55 Uhr | 3 mal gelesen

Deutschland könnte, wenn es nach dem Willen der CDU geht, im Jahr 2042 wieder im Rampenlicht des internationalen Fußballs stehen. Laut einem Antrag für den CDU-Bundesparteitag fordert die Partei Bundesregierung und DFB dazu auf, ein tragfähiges Konzept für eine deutsche Bewerbung auszuarbeiten und voranzutreiben. In dem Vorschlag wird deutlich gemacht, dass das positive Echo auf die Weltmeisterschaft 2006 und die EM 2024 für Deutschland spricht: Man setze auf Weltoffenheit, Gastlichkeit und kulturellen Austausch. Zwischendurch muss ich gestehen: Der Gedanke lässt mich schmunzeln. 2042 – das klingt so weit weg, dass ich mich frage, ob die CDU den DFB nicht auch gleich für eine Raumfahrt-WM nominieren will. Aber dahinter steckt offenbar mehr Ernsthaftigkeit als Ironie. Die Sorge, dass die WM immer häufiger von autoritären Ländern als Prestigeobjekt genutzt wird, etwa wie in Katar oder demnächst Saudi-Arabien, sei berechtigt. Deutschland könnte einen Gegenpol bieten und Werte wie Rechtsstaat, Fairness und Demokratie verkörpern. Ob das Konzept aufgeht und tatsächlich auf fruchtbaren Boden fällt, bleibt allerdings abzuwarten. Schließlich weiß niemand, wie die Fußballwelt (und ehrlich gesagt: die politische) 2042 aussehen wird. So oder so, der Antrag empfiehlt dem Parteitag eine Annahme.

Die CDU möchte, dass Deutschland sich für die Ausrichtung der Männerfußball-Weltmeisterschaft 2042 bewirbt. Der entsprechende Parteitagsantrag ruft Bundesregierung und DFB dazu auf, eine ambitionierte Bewerbung vorzubereiten – mit dem Hintergedanken, den offenen, demokratischen Geist Deutschlands auf der Weltbühne zu zeigen und autoritären Tendenzen im modernen Sport entgegenzuwirken. Interessant ist dabei, dass vergleichbare Bewerbungen aus Ländern mit fragwürdigen Demokratien (Katar, Saudi-Arabien) als negatives Beispiel dienen; erwartungsgemäß steht zudem das sportlich-kulturelle Vermächtnis neuerlicher Großturniere in Deutschland im Fokus. Laut aktuellen Berichten in anderen Medien steht die FIFA bei der Vergabe kommender Weltmeisterschaften weiterhin in der Kritik: Die Debatten um Menschenrechtsverletzungen und sogenannten Sportswashing durch autoritäre Staaten reißen nicht ab. Die letzten großen Sportereignisse in Deutschland, wie die EM 2024, haben allerdings – je nach Quelle – gezeigt, dass Offenheit und Organisationstalent sehr wohl auf internationale Resonanz stoßen können. Unabhängig davon bleibt fraglich, ob die politische Landschaft Deutschlands in knapp zwanzig Jahren tatsächlich noch ähnlich gastgeberfreudig sein wird – oder ob sich der Fußball bis dahin ohnehin ganz anders positioniert hat.

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