Die CDU möchte, dass Deutschland sich für die Ausrichtung der Männerfußball-Weltmeisterschaft 2042 bewirbt. Der entsprechende Parteitagsantrag ruft Bundesregierung und DFB dazu auf, eine ambitionierte Bewerbung vorzubereiten – mit dem Hintergedanken, den offenen, demokratischen Geist Deutschlands auf der Weltbühne zu zeigen und autoritären Tendenzen im modernen Sport entgegenzuwirken. Interessant ist dabei, dass vergleichbare Bewerbungen aus Ländern mit fragwürdigen Demokratien (Katar, Saudi-Arabien) als negatives Beispiel dienen; erwartungsgemäß steht zudem das sportlich-kulturelle Vermächtnis neuerlicher Großturniere in Deutschland im Fokus. Laut aktuellen Berichten in anderen Medien steht die FIFA bei der Vergabe kommender Weltmeisterschaften weiterhin in der Kritik: Die Debatten um Menschenrechtsverletzungen und sogenannten Sportswashing durch autoritäre Staaten reißen nicht ab. Die letzten großen Sportereignisse in Deutschland, wie die EM 2024, haben allerdings – je nach Quelle – gezeigt, dass Offenheit und Organisationstalent sehr wohl auf internationale Resonanz stoßen können. Unabhängig davon bleibt fraglich, ob die politische Landschaft Deutschlands in knapp zwanzig Jahren tatsächlich noch ähnlich gastgeberfreudig sein wird – oder ob sich der Fußball bis dahin ohnehin ganz anders positioniert hat.