CDU und Grüne drängen auf eine Stärkung des Nationalen Sicherheitsrats

Führende Köpfe von CDU und Grünen fordern nach einem Jahr Bilanz: Der Nationale Sicherheitsrat braucht mehr Gewicht. Sogar die Einführung eines dauerhaften Sicherheitsberaters steht offen zur Debatte.

heute 08:59 Uhr | 2 mal gelesen

Schon verrückt: Seit über einem Jahr existiert der Nationale Sicherheitsrat, doch so richtig in Fahrt kommt das Gremium einfach nicht.

Der Sicherheitsrat – viel Schatten, wenig Licht

Bislang wirkt das, was sich Deutscher Nationaler Sicherheitsrat nennt, eher wie ein gut gemeinter Verein ohne Durchschlagskraft. Jedenfalls sagt es CDU-Politiker Roderich Kiesewetter ziemlich schnörkellos – das Gremium sei aktuell kaum mehr als ein Symbol, eine Kulisse für politische Kulissen. Von echter Handlungsstärke oder gar strategischer Führung kann bislang keine Rede sein, meint er und macht deutlich: Die Bundesregierung hätte die Möglichkeit, stattdessen macht man aber zu wenig draus.

Die Idee eines Nationalen Sicherheitsberaters schwebt im Raum

Kiesewetter kann sich vorstellen, den Sicherheitsrat maßgeblich aufzuwerten – zum Beispiel durch einen festen Nationalen Sicherheitsberater, der nicht wie das fünfte Rad am Wagen wirkt. Unabhängigkeit und Fokus scheinen ihm wichtig, das ist nachvollziehbar, aber in praktisch-politischer Umsetzung? Tja, in Deutschland ist solch eine Idee oft ein zäher Marathon statt eines Sprints.

Krisen zeigen die Baustellen

Nicht minder spannend, was Konstantin von Notz (Grüne) schildert: Im Gespräch verweist er auf den schleppenden Ablauf nach dem Drohnenvorfall in Leipzig/Halle – dabei traten die organisatorischen und personellen Defizite des Sicherheitsrats offen zutage. Günter Sautter, so von Notz, könne seine Rolle als Koordinator nur nebenher wahrnehmen. Also: zu viele Aufgaben, zu wenig Zeit – fast ein Klassiker in der deutschen Verwaltung. Von Notz fordert, dass sich eine Person mit voller Kraft und Zeitkapazität den Sicherheitsfragen widmet. Eigentlich selbsterklärend, trotzdem scheint es in der hiesigen Politiklandschaft ständig übersehen zu werden.

Die Suche nach der Balance zwischen Effizienz und Kontrolle

Marc Henrichmann von der CDU, Chef des Geheimdienst-Kontrollgremiums, bringt einen etwas nüchterneren Blick ein: Klar, einen stärkeren Sicherheitsrat hält auch er für machbar, aber Transparenz und klare Kontrollen seien zwingend erforderlich. Den Leipziger Drohnenfall als Benchmark für den Rat zu nehmen, findet er jedoch überzogen. Er mahnt, dass Perfektion an diesem Ort illusorisch bleibt – der Rat solle auch kein omnipräsentes Superhirn werden. Realismus – manchmal gar nicht schlecht, um den Diskurs auf dem Boden zu halten.

Der Nationale Sicherheitsrat bleibt auch nach einem Jahr leider kaum mehr als eine Randnotiz im politischen Alltag. Politiker von CDU und Grünen wollen das Durchhaltevermögen und die Unabhängigkeit des Gremiums stärken: Mit einem eigenen Sicherheitsberater, klareren Verantwortlichkeiten und mehr Ressourcen. Die Debatte dreht sich jedoch entscheidend um die richtige Mischung aus entschlossener Führung und notwendiger Kontrolle – denn ein Super-Gremium ohne demokratische Rückbindung wäre das letzte, was Deutschland gebrauchen könnte.

Sicherheitsdebatte und neue Impulse aus aktuellen Medien

Laut einem Beitrag der "Süddeutschen Zeitung" wächst global, aber auch innerhalb Deutschlands, der Druck auf die Politik, flexible und schneller reagierende Sicherheitsstrukturen zu etablieren, gerade im Angesicht hybrider Bedrohungen (Süddeutsche Zeitung). Die "Zeit" merkt an, dass trotz der Forderungen vieler Parteien die Leitung zentral im Kanzleramt liegt und umfassende Umstrukturierungen ausbleiben – der Sicherheitsrat bleibt in der Praxis ein Kriseninstrument, kein Alltagsakteur (Die Zeit). Auf "taz.de" wird kritisch hinterfragt, ob ein Nationaler Sicherheitsberater bei schwacher Kontrolle nicht sogar dem Kanzleramt zu viel Einfluss geben würde, auch wenn der Wunsch nach schlagkräftigeren Strukturen überall spürbar ist (taz). Insgesamt bleibt der Eindruck, dass sich Deutschland in einer Phase des Suchens und Ringens um das rechte Maß an Sicherheit, Koordination und Demokratie befindet.

Nach einem Jahr fristet der Nationale Sicherheitsrat in Deutschland eher ein Dasein im Schatten: Politikerinnen und Politiker der CDU und Grünen drängen deshalb, das Gremium unabhängiger, schlagkräftiger und finanziell besser auszustatten. Zentral ist dabei die Forderung nach einem eigenständigen Nationalen Sicherheitsberater, der sich ausschließlich und kontinuierlich um die Koordination kümmert – statt, wie bisher, diese Aufgabe "nebenbei" zu stemmen. Die Diskussion flammt immer dann auf, wenn ein Zwischenfall (wie der Drohnenfund in Leipzig/Halle) Defizite offenlegt – und bewegt sich zwischen dem Ruf nach mehr Tempo und der Sorge, eine zu starke zentrale Sicherheitsstruktur könne Demokratie und parlamentarische Kontrolle untergraben. Neuere Medienbeiträge (z.B. "Süddeutsche Zeitung" und "Die Zeit") machen deutlich, wie sehr hybride Gefahren und internationale Erwartungen zusätzliche Bewegung in die Debatte bringen: Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit werden gefordert, die gegenwärtigen Behördenstrukturen erscheinen zunehmend überfordert. Die Debatte bleibt daher ein Tauziehen zwischen notwendiger Modernisierung und der Furcht vor Machtkonzentration im Kanzleramt.

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