Los geht der Befreiungsschlag der Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter praktisch mitten in der Nacht: Am Mittwoch, 15. April, Punkt 00:01 Uhr, beginnt der zweitägige Streik bei Lufthansa. Der Arbeitsausstand soll bis einschließlich Donnerstag, 16. April, 23:59 Uhr andauern und trifft damit sämtliche Abflüge der Deutschen Lufthansa AG ab Frankfurt und München – keine kleine Nummer. Anlass des Konflikts? Mal wieder hakt es beim neuen Manteltarifvertrag. Die Gespräche stecken fest, aus Sicht der UFO geht auf Arbeitgeberseite so gut wie nichts voran. Harry Jaeger, zuständig für Tarifpolitik bei UFO, wies darauf hin, dass schon der letzte Warnstreik am Freitag eine riesige Resonanz unter den Beschäftigten hatte: Ein klares Zeichen, dass sie nicht mehr nur am Gepäcknetz rütteln. Währenddessen gibt es von der Lufthansa-Führung weiterhin Beteuerungen, gesprächsbereit zu sein – wobei UFO den Eindruck hat, dass es sich dabei eher um eine Taktik als um echte Bewegung handelt. Dabei wird der Streik nicht nur auf dem Rollfeld, sondern auch medienwirksam stattfinden: Geplant ist eine Kundgebung in Frankfurt, direkt am Rand der Feierlichkeiten zum 100. Geburtstag der Lufthansa. Politische Prominenz hat sich angekündigt – und damit dürfte die Signalwirkung der Aktion kaum zu übersehen sein. Der UFO-Vorsitzende, Joachim Vázquez Bürger, appelliert an die besondere Verantwortung des Unternehmens, gerade jetzt, zum Jubiläum, das Zeichen zu setzen und auf die Kabinencrews zuzugehen. Apropos: Ob so eine Aktion die Stimmung auf der Party hebt? Vermutlich eher nicht – aber manchmal geht es eben nicht anders.
UFO fordert mit einem zweitätigen Streik bessere Arbeitsbedingungen und bleibt im Manteltarif-Konflikt mit Lufthansa hart. Der Streik fällt mitten in die 100-Jahr-Feierlichkeiten der Airline, was öffentlichem Druck zusätzlichen Zunder verleiht. Laut aktuellen Berichten werden bundesweit Tausende Passagiere betroffen sein und zahlreiche Flüge ausfallen. In den letzten 48 Stunden wurde berichtet, dass trotz einiger Gesprächsangebote von Lufthansa die Fronten verhärtet bleiben; die Arbeitgeberseite fordert Kompromissbereitschaft, während UFO auf konkrete Zugeständnisse bei Dienstplänen und Vergütung pocht. Auch Mitbewerber am Luftfahrtmarkt beobachten die Entwicklung, denn ein langgezogener Streit könnte Auswirkungen auf die gesamte Reisebranche in Deutschland haben.