Grönland weist Trumps Angebot eines US-Lazarettschiffs zurück

Sowohl Grönland als auch Dänemark reagieren kühl auf Donald Trumps Vorstoß, ein Lazarettschiff in die Arktis zu schicken. Das von Trump angekündigte Angebot an die abgelegene Insel stößt auf klare Ablehnung der dortigen Regierungen.

heute 07:09 Uhr | 12 mal gelesen

„Wir führen ein Gesundheitssystem, in dem Behandlungen allen Bürgern ohne Kosten offenstehen“, merkte Grönlands Premier Jens-Frederik Nielsen an. Gerade darin liege ein bewusstes, gesellschaftliches Fundament – im Gegensatz zu den USA, wo Arztbesuche bezahlt werden müssen. Nielsen mahnt: Für Gespräche und echte Partnerschaft ist gegenseitiger Respekt nötig. Entscheidungen Grönlands müssten auch in Grönland getroffen werden – statt per Social-Media-Post aus Washington. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen stellte sich hinter diese Haltung: Ihr Land, so Frederiksen, garantiere jedermann Zugang zur Gesundheitsversorgung – und darauf sei man stolz. Trumps Vorstoß folgt übrigens auf die akute Lage eines US-Marineangehörigen, für den kürzlich eine medizinische Evakuierung in Nähe Grönlands ausgelöst wurde. Zwischendurch wirkt die ganze Situation fast absurd: Ein Lazarettschiff vor der Eislandschaft, weil Washington partout helfen will. Aber, so scheint es, nicht auf Augenhöhe.

Grönland hat Trumps Angebot, ein US-Lazarettschiff zu entsenden, freundlich aber bestimmt abgelehnt und auf das eigene kostenlose Gesundheitssystem verwiesen. Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen und seine dänische Kollegin Mette Frederiksen betonten die Bedeutung nationaler Souveränität und Gleichbehandlung im Gesundheitswesen – implizit auch als Seitenhieb auf das US-System. Interessant ist der Kontext: Vor wenigen Tagen hatte die medizinische Notlage auf einem US-U-Boot vor Grönlands Küste überhaupt erst den Anlass für Trumps Angebot geliefert – dennoch überwiegt Misstrauen gegenüber amerikanischer Einmischung. Die Debatte verdeutlicht größere Spannungen zwischen nationaler Selbstbestimmung und geopolitischer Einflussnahme in der Arktisregion. Laut aktuellen Medienberichten werden die Beziehungen zwischen den USA, Grönland und Dänemark weiterhin von einem Balanceakt zwischen Kooperation und Unabhängigkeit, aber auch von wirtschaftlichen und strategischen Interessen rund um Rohstoffe und Militärpräsenz geprägt.

Schlagwort aus diesem Artikel