Ifo-Barometer: Stellenkürzungen nehmen langsamer zu – Hoffnungsschimmer am Arbeitsmarkt?

Die Geschwindigkeit, mit der Arbeitsplätze verloren gehen, lässt nach, zumindest laut den neuesten ifo-Zahlen. Komplett Entwarnung gibt es noch nicht – aber kleine Lichtblicke am deutschen Arbeitsmarkt tauchen auf. Wer genauer hinsieht, erkennt: Die Misere bleibt, aber sie verliert etwas an Tempo.

heute 12:13 Uhr | 2 mal gelesen

Ein überraschender Moment: Das ifo-Beschäftigungsbarometer kletterte im August auf 94 Punkte – klingt nicht spektakulär, ist es aber im aktuellen Klima durchaus.

Stellenabbau bremst ab

Für tagtägliches Wirtschafts-Murmeltiertum vielleicht unauffällig, für viele Arbeitnehmer jedoch ein unterschätztes Signal. Der massive Jobverlust, der Monate lang wie ein dunkler Schatten über deutschen Betrieben hing, verliert an Dramatik. Klar, der Trend bleibt nach unten, aber der Absturz ist, um es flapsig zu formulieren, jetzt eher ein kontrolliertes Rutschen als ein freier Fall. Das bestätigt auch Klaus Wohlrabe vom ifo-Institut, der nüchtern konstatiert: Die "Vorsicht beim Personalabbau" wächst.

Wirtschaftszweige: Ein Wechselspiel

Unterm Strich gibt’s wenig Anlass für Euphorie. Neue Massenjobs? Nicht in Sicht. Aber bei näherer Betrachtung mischen sich die Karten: Einzelhändler blicken mittlerweile noch skeptischer in die Zukunft als Industrieunternehmen. Ein interessantes Paradox, denn eigentlich war der Einzelhandel in früheren Krisenmomenten oft solider aufgestellt. Nun dreht sich das Bild. Dienstleistungen und Bau halten sich derweil irgendwie im Spiel, auch wenn niemand übermütig ist.

Arbeitsmarkt: Wackelige Stabilität

Der deutsche Arbeitsmarkt bewegt sich also auf dünnem Eis. Auch wenn die Konjunktur vielleicht ein bisschen anspringt, steht die Ampel für echte Beschäftigungsschübe klar auf Gelb. Die Ergebnisse aus den rund 9.000 befragten Unternehmen zeigen ein setzendes Kolorit der Unsicherheit. Die Treibstoff-Rennerei in Richtung Wachstum bleibt aus – Handbremse gelockert, aber vom Vollgas noch weit entfernt.

Das ifo-Beschäftigungsbarometer signalisiert im August immerhin einen langsameren Rückgang der Beschäftigung in Unternehmen. Besonders im Einzelhandel verdüstert sich die Personal-Lage noch weiter, während die Industriedelle anhält und Bau sowie Services nur leicht betroffen sind. Insgesamt bleibt zwar der Beschäftigungsabbau erhalten, aber ein etwas geringeres Tempo sorgt für leichten Optimismus – von einem Aufschwung ist die Jobwelt trotzdem noch entfernt. Weitere Medienanalysen zeigen, dass strukturelle Probleme wie der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften, hohe Energiekosten und geostrategische Verwerfungen die Erholung ausbremsen. Die FAZ verweist auch auf die Schwierigkeiten von Zulieferern in einem unrunden globalen Wirtschaftsumfeld (https://www.faz.net). Laut dem Spiegel bleibt die Unsicherheit bei Unternehmen wegen globaler Krisen und steigenden Kosten groß; eine Trendwende auf dem Arbeitsmarkt erwarten viele Firmen erst 2025, wobei gerade kleinere Betriebe mit Neueinstellungen auf Wartestellung gehen (https://www.spiegel.de). Die Süddeutsche Zeitung hebt hervor, dass speziell Pflege und IT von Fachkräftemangel geprägt sind, was dort sogar zu Engpässen führen kann, während andere Branchen weiter Personal abbauen (https://www.sueddeutsche.de).

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