Sahra Wagenknecht: Plädoyer für neue Verhandlungen im Ukraine-Konflikt

Die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht begrüßt die diplomatische Initiative von Ex-Kanzlerin Angela Merkel im Ukraine-Krieg und fordert ein stärkeres Engagement Deutschlands.

heute 16:52 Uhr | 2 mal gelesen

Sahra Wagenknecht äußerte sich am Dienstag gegenüber dem Nachrichtensender 'Welt' zustimmend zu Angela Merkels Appell, wieder mehr auf Diplomatie im Ukraine-Krieg zu setzen. Bereits seit Langem spreche sie sich selbst für diesen Kurs aus, erklärte Wagenknecht. Sie findet es aufschlussreich, dass erst eine frühere Kanzlerin die aktuelle deutsche Politik und auch den amtierenden Bundeskanzler Olaf Scholz zu mehr Dialog ermahnen müsse. Besonders ungewöhnlich sei, dass Europa und Deutschland tatenlos abwarten, während ein künftig denkbar unberechenbarer US-Präsident wie Trump für die europäischen Interessen am Verhandlungstisch sitze. Ein Vorschlag Putins, den Altkanzler Schröder als Vermittler einzusetzen, sei in Wagenknechts Augen gar nicht abwegig: Schröder habe nach wie vor Kontakte zu Putin – und irgendwie brauche es einen ersten Schritt, um überhaupt wieder Gespräche möglich zu machen. Sie kritisiert im selben Atemzug, dass keine alternativen Vermittlungsvorschläge diskutiert wurden, sondern Schröders Name einfach reflexhaft abgelehnt wurde. Stattdessen, so Wagenknecht spitz, würden die Deutsche Steuerzahler weiter zur Kasse gebeten, um Kiew finanziell zu unterstützen – das halte sie nicht für nachhaltig. Wagenknecht stellt sich auch gegen den Einwand, dass russische Maximalforderungen einen Dialog blockierten: Ein Gespräch bedeute nicht, sofort sämtliche Bedingungen zu akzeptieren. Sie sieht darin vielmehr eine Grundlage, um überhaupt erst wieder mögliche Zugeständnisse oder Kompromisse auszuloten. "Wenn schlichtweg nicht gesprochen wird, gibt es am Ende keine Lösung und der Konflikt zieht sich möglicherweise noch endlos in die Länge. Jeden Tag, so mahnt sie, sterben an der Front zahllose Menschen – eine Entwicklung, die dringend gestoppt werden müsse."

Sahra Wagenknecht erhebt gemeinsam mit Angela Merkel die Forderung nach einer Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen im Ukraine-Krieg. Sie reflektiert kritisch, dass Deutschland und Europa in ihrer jetzigen Passivität riskieren, ihre Interessen an impulsive US-Präsidenten wie Donald Trump zu verlieren. Ihr Vorschlag, Gerhard Schröder als Vermittler einzusetzen, wird kontrovers betrachtet, während sie grundsätzlich darauf pocht, dass Dialog – selbst mit schwierigen Partnern – oft der einzige Weg sei, einen blutigen Stellungskrieg zu beenden. Neue Entwicklungen: In den letzten Tagen ist das Thema Diplomatie im Ukraine-Konflikt besonders präsent gewesen – etwa nach dem Vorstoß von Vizekanzler Habeck, einen „diplomatischen Neustart“ Europas zu fordern. Die USA halten sich laut mehreren aktuellen Berichten vorsichtig zurück, während in Brüssel eine Debatte über eine eigenständigere europäische Vermittlungsrolle entsteht. Parallel mehren sich kritische Stimmen, Europa dürfe Kiew nicht nur finanziell stützen, sondern müsse auch konstruktive Gesprächskanäle nach Moskau suchen.

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