Selina Egle & Lara Kipp: Zwei Freundinnen auf dem Weg zum Olympia-Gold

In Cortina d’Ampezzo zählen die österreichischen Weltmeisterinnen Egle und Kipp zum Favoritenkreis im Damen-Doppel-Rodeln – mit viel Teamgeist, einer Prise Eigenwilligkeit und der Erfahrung, wie eng Glück und Pech beieinanderliegen.

heute 11:02 Uhr | 3 mal gelesen

Mal ehrlich: Wer hätte gedacht, dass aus zwei Schulfreundinnen aus Innsbruck mal das beste Rodel-Doppel der Welt wird? Vielleicht die Trainer, denn die haben Selina Egle und Lara Kipp recht resolut zueinander ins Zimmer gesteckt – und dann auf die Schlitten geschickt. Anfangs war es mehr Pflicht als Kür, aber als dann das perfekte Größenverhältnis (Egle misst beachtliche 1,84 m, Kipp ist immerhin 21 cm kleiner) entdeckt wurde, war die Doppelkarriere auf einmal naheliegend. Und jetzt? 2024 Doppel-Weltmeisterinnen, Titelverteidigerinnen in Whistler, EM-Gold, jede Menge Weltcupsiege und obendrein im Mixed mit Steu und Kindl ganz oben am Podest. Dass sie trotzdem eine Weile brauchten, um ihre Topform zu finden, lag auch an starker Konkurrenz: Besonders das deutsche Duo Degenhardt/Rosenthal setzte Maßstäbe, an denen die Österreicherinnen anfangs fast zu foolproof scheiterten. Klar, tägliches Training, eiskaltes Reisen und die ständige Nähe – das kann auch mal nerven. Doch am Ende essen die beiden auch privat Eis, fahren in Urlaub (zuletzt Zypern!) und teilen bis auf Kipp’s Puzzle-Leidenschaft fast jeden Tick. Da ist auch Platz für ein paar Zweifel: "Wir wissen nie so richtig, wo wir stehen, weil einfach die Damen-Konkurrenz fehlt", räumt Egle ein. Also messen sie sich mit den Männern und landen oft weit vorn. Und Olympia? Der Traum lebt, auch wenn die Aufregung unter der Oberfläche brodelt. Nach Egles Beinbruch 2020 schien alles vorbei zu sein, dann wurde das Damen-Doppel ins olympische Programm aufgenommen – seitdem ist die Hoffnung zurück. Und ein letzter Wunsch bleibt: Vier Läufe im olympischen Wettbewerb, nicht nur zwei. So oder so, ihr sportliches Ziel ist längst gesetzt: "Gold glänzt halt einfach schöner."

Selina Egle und Lara Kipp bilden Österreichs erfolgreichstes Damen-Rodel-Doppel und haben sich mit zahlreichen Erfolgen wie zwei Weltmeistertiteln, EM-Medaillen und Weltcupsiegen als Favoritinnen für die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand-Cortina etabliert. Die beiden Innsbruckerinnen verbindet eine langjährige Freundschaft, die durch eine Mischung aus Zwangszusammenführung und sportlicher Harmonie zu einem Erfolgsmodell zusammengewachsen ist – inklusive aller Schattenseiten wie Konkurrenzmangel im eigenen Land und persönlichem Druck. Bemerkenswert ist, wie stark sie sich von Rückschlägen wie Egles Beinbruch 2020 zurückgekämpft haben und trotz aller Routine die Nervosität vor Olympia bleiben darf, was ihren Charakter als bodenständige und ehrgeizige Athletinnen unterstreicht. Ergänzende Recherche (Juni 2024): Tatsächlich bleibt die Dominanz der österreichischen Paarung im Damen-Doppel (anders als bei den Herren, wo mehr Konkurrenz herrscht) in der internationalen Berichterstattung Thema: Im Vorfeld der Spiele in Cortina d’Ampezzo werden sie als heißeste Medaillentipps gehandelt, was dem Damen-Doppelformat mehr Aufmerksamkeit verschafft (Quelle: Der Spiegel). Aktuelle Stimmen der Athletinnen mahnen jedoch, sich ungeachtet aller Favoritenrollen nicht zu sicher zu fühlen – Verletzungen, Abstimmungsprobleme oder Materialfragen können jedes Rennen in der Eisrinne kippen. Interessant: Der Internationale Rodelverband diskutiert derzeit Reformen wie die Ausweitung der Läufe, da gerade das Format für dynamische Kopf-an-Kopf-Entscheidungen sorgen soll, aber oft als zu kurz kritisiert wird (Quelle: FAZ). Darüber hinaus berichten Medien von der steigenden Beliebtheit des Doppels bei jungen Sportlerinnen, gerade in Österreich und Deutschland, was für die Entwicklung des Sports in den nächsten Jahren besonders spannend bleibt (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

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