Es ist ein bemerkenswerter Moment: Die N-ERGIE Netz GmbH, einer der großen Player unter Deutschlands Verteilnetzbetreibern, hat erstmals den Einsatz eines Batteriespeichers gezielt für das Stromnetz selbst ausgeschrieben. Anders als viele bestehende Projekte, die sich rein an Börsenpreisen orientieren, wird dieser Mega-Akku tatsächlich daran gemessen, wie gut er dem Netz hilft – das ist ein durchaus frischer Ansatz. Nach einem harten Wettbewerb mit über 20 Mitbewerbern hat die MaxSolar GmbH aus Traunstein den Zuschlag erhalten und plant nun nahe dem größten Umspannwerk der Region Ansbach einen Speicher, der Strom mit 20 MW Leistung ein- und ausspeichern kann, insgesamt bis zu 100 MWh Energie. Schon in der zweiten Jahreshälfte soll der Bau losgehen.
Bemerkenswert: Der Betreiber verpflichtet sich, das Be- und Entladen am tatsächlichen Bedarf des Netzes auszurichten. Während klassische Speicher oft wie Einzelkämpfer agieren und rein auf Profit getrimmt sind, verfolgt dieses Projekt einen gemeinschaftlichen, fast kooperativen Ansatz. Kerstin Fröhlich von N-ERGIE sieht darin einen Weckruf: Speicher, die mit dem Netz zusammenspielen statt es zu belasten, können helfen, besonders in Photovoltaik-reichen Regionen die typischen Mittagsspitzen rauszufiltern.
Christoph Strasser, CEO von MaxSolar, bringt es erstaunlich offen auf den Punkt: Ohne Batteriespeicher wird die Energieversorgung wackelig – und Planbarkeit wird zur Lotterie, gerade in geopolitisch spannenden Zeiten. Mit dem Pilotprojekt hofft die N-ERGIE Netz GmbH Erfahrungen zu sammeln, um künftig gezielt weitere netzdienliche Speicher ins Netz zu holen. Der Weg ist steinig, aber mit etwas Glück vielleicht zukunftsweisend.
Hinter den Kulissen stehen schwere Brocken: 29.000 Kilometer Netz, mehr als 120.000 angeschlossene EE-Anlagen – und ständig weiter steigende Investitionen. Die MaxSolar setzt mit flexiblen Lösungen, regionalen Konzepten und innovativen Stromverträgen auf Resilienz, oder wie sie so schön sagen: auf einen energetischen Flickenteppich, der trotz aller Unterschiede zusammenhält. Apropos: MaxSolar hat bereits eine Pipeline von 6,1 GW in Arbeit und sechs Standorte im Bundesgebiet.
Die N-ERGIE Netz GmbH vergibt erstmals den Auftrag für einen Batteriespeicher, der gezielt auf die Bedürfnisse des Stromverteilnetzes reagiert und so eine Brücke zwischen erneuerbaren Überschüssen und Netzsicherheit schlägt. MaxSolar baut in Ansbach ein 20-MW-Projekt mit 100 MWh Kapazität, das nicht nur lokale Netzengpässe entschärfen, sondern auch als Blaupause für weitere Speicherinitiativen dienen soll. Netzorientierte Batteriespeicher gelten in Fachkreisen zunehmend als essenziell, um die Flexibilitätslücke in erneuerbaren Energien zu füllen: Sie können sowohl den kurzfristigen Ausgleich zwischen Energieüberschuss und Bedarf herstellen als auch dazu beitragen, Stromausfälle zu vermeiden und teure Netzausbauten zu reduzieren. Laut aktuellen Branchenberichten zieht sich die Debatte um netzdienliche Speicher auch durch die deutsche Politik – nicht zuletzt, weil der Ausbau erneuerbarer Energien das Stromnetz vielerorts an den Rand seiner Kapazität gebracht hat. Insbesondere mit Blick auf die Energiekrise und steigende Strompreise fordern Branchenvertreter inzwischen gezielte Anreizmodelle, damit Batteriespeicher vorrangig netzdienlich betrieben werden, statt kurzfristig ökonomischen Chancen zu folgen. Die Diskussion geht auch um rechtliche Rahmenbedingungen: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, gibt es in Deutschland bislang keinen gesetzlich klar definierten Anspruch, Batterien vorrangig netzdienlich einzusetzen – eine Lücke, die jetzt auch regulatorisch geschlossen werden muss. Das nun gestartete Projekt in Ansbach kann daher als Signal verstanden werden, dass Netze und Speicher in Zukunft enger zusammen gedacht werden – nicht als Konkurrenten, sondern als Partner im Kampf für Versorgungssicherheit und Klimaziele.