Man stelle sich das heute strahlende Dresdner Residenzschloss einmal vor, wie es 1945 aussah: herausgeschlagene Fenster, verkohlte Mauern, die Würde eines jahrhundertealten Bauwerks bis auf das Skelett zerfetzt. Kaum war es im Krieg zu großen Teilen zerstört, ging das Bangen um den Fortbestand los. Die DDR-Regierung prüfte in den 1950ern tatsächlich, das Ruinenensemble ganz aufzugeben – ein beinahe absurdes Unterfangen, das nur von der Zähigkeit der Menschen vor Ort aufgelöst wurde. Ohne die Hartnäckigkeit einzelner Denkmalpfleger und vieler Dresdnerinnen und Dresdner wäre wohl buchstäblich Gras über die Sache gewachsen.
1985, irgendwie symbolisch, fiel der Startschuss zum Wiederaufbau passenderweise zeitgleich mit der Semperoper-Wiedereröffnung. Erst langsam, mit minimalen Mitteln, dann nach der Wende fast stürmisch und getragen von viel Geld und Leidenschaft, entwickelte sich das Schlossprojekt zur europäischen Musterbaustelle. Manch fast vergessenes Handwerk wurde extra wiederbelebt: Zum Beispiel das kunstvolle Sgraffito im riesigen Schlosshof, wo einst Putz gekratzt und Bilder in den Wänden freigelegt wurden – Flächen von einer Größe, die man weit und breit nicht noch einmal findet.
Jetzt, mit der Wiedereröffnung des Großen Ballsaals und anderer Festsäle, ist der berühmte Rundgang endlich komplett. Besonders beeindruckend: Die Ausstellung "Masken und Kronen" taucht ein in die Prachtentfaltung und den Machtwillen der sächsischen Fürsten. Ein besonderes Schmuckstück ist etwa ein Zaumzeug von 1719, das eigens für die Wiener Schlittenfahrt des Sohnes von August dem Starken restauriert wurde – ein Ensemble aus Rot und Gold, dessen Glanz an höfische Theatralik erinnert. Restauratorin Stefanie Penthin und ihr Team haben daran über ein Jahr lang gearbeitet, und ein wenig Lampenfieber mischt sich wohl in den Stolz über das Ergebnis.
Das MDR-Landesfunkhaus Sachsen hat den fortwährenden Wandel dokumentiert: Seit Beginn der Bauarbeiten wurde Material gesammelt, das, könnte man sagen, selbst schon Museumswert besitzt. Vom Grünen Gewölbe bis zur Türckischen Cammer spannt sich ein filmisches Panorama, das vielleicht nirgendwo sonst so intensiv den schwierigen Weg von der Trümmerstätte zum Kunstpalast festhält.
Der MDR-Film erzählt die spannende und emotional aufgeladene Geschichte des Wiederaufbaus des Dresdner Residenzschlosses, das nach seiner fast vollständigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg jahrzehntelang als Ruine existierte. Der Dokumentarfilm spiegelt nicht nur handwerkliche Meisterleistungen – wie das Renaissance-Sgraffito – wider, sondern zeigt auch das kollektive Engagement, das diesen Bau gerettet hat; und hebt zudem die besondere Bedeutung der neuen Ausstellung "Masken und Kronen" hervor. Neuere Berichte zeigen, dass die aktuellen Dauerausstellungen und der touristische Boom (vor allem nach der Wiedereröffnung der letzten Räume) dem Schloss weiterhin große Aufmerksamkeit und internationale Bekanntheit sichern, wobei auch kritische Stimmen über steigende Besucherströme und Herausforderungen bei der Erhaltung immer wieder laut werden. Die Debatte um touristische Nachhaltigkeit steht zunehmend im Mittelpunkt, während Bürgerinitiativen und die lokale Kulturszene weiterhin bei der dynamischen Entwicklung eine aktive Rolle spielen.