Energie-Diplomatie: Deutschland prüft Kerosin-Bezug aus Israel

Israel möchte Deutschland künftig mit Kerosin und Erdgas beliefern – eine Art Energiebrücke zwischen den Ländern entsteht.

heute 13:59 Uhr | 3 mal gelesen

Manche Nachrichten klingen fast banal und tragen doch ein leises Gewicht: In Berlin plauderte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums davon, dass man gerade in 'konstruktiven Gesprächen' stecke, was Energieimporte betrifft – und ja, Israel ist auch dabei. Wie viel Kerosin am Ende tatsächlich fließt oder ob der neue Stoff überhaupt den deutschen Himmel berührt, bleibt vorerst offen; die eigentlichen Deals, so hört man, regeln eh die Unternehmen unter sich. Aktuell, sagt der Sprecher, gibt es hierzulande keine Engpässe beim Flugzeugsprit – dennoch, so ein Hauch angespannten Pragmatismus, sei Wachsamkeit geboten. Die Regierung beobachtet das Ganze offenbar mit Argusaugen, zumal die Energiekrisen der letzten Jahre Spuren hinterlassen haben, nicht zuletzt am Vertrauen in kontinuierliche Versorgung. So diversifiziert Deutschland fleißig weiter: Gas aus vielen Richtungen, Ölprodukte aus neuen Quellen – die Zeiten der Selbstverständlichkeiten sind vorbei. Vorräte aus den strategischen Reserven werden teils freigegeben, doch, bemerkenswert, nicht alles wird abgerufen; Reste bleiben für die nächste Ausweichrunde im Rennen.

Die Bundesregierung lotet aktuell neue Energiepartnerschaften aus, um sich insbesondere bei flüssigen Treibstoffen wie Kerosin breiter aufzustellen – politische Spannungen am Golf geben diesem Bestreben zusätzlichen Schub. Israel signalisiert Bereitschaft, nicht nur Erdgas, sondern auch Kerosin zu liefern, was die enge Vernetzung der beiden Staaten in puncto Energie unterstreicht. Laut Recherchen der letzten Stunden sind die Gespräche Teil einer größeren Welle von Diversifizierungsbemühungen Deutschlands, zu denen aktuell etwa neue LNG-Lieferverträge aus Aserbaidschan und Norwegen gehören. Die Kerosin- und Rohölreserven Deutschlands werden, wenn nötig, freigegeben; einige Mengen mussten sogar erneut angeboten werden, weil die Branche sie zunächst nicht abnahm. Interessanterweise kommen die Verhandlungen mit Israel zu einem Zeitpunkt, an dem das Thema Versorgungssicherheit in allen großen deutschen Medien wieder aufgeflammt ist.

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