Dietmar Schott – Nachruf auf einen Pionier des Sports im deutschen Radio

Köln – Dietmar Schott, prägende Stimme des Westdeutschen Rundfunks, ist am Montag im Alter von 88 Jahren verstorben. Vier Jahrzehnte lang prägte er als Moderator, Reporter und Chef den WDR-Sport. Vor allem durch die Erfindung der ARD-Bundesliga-Konferenz bleibt er unvergessen.

heute 17:15 Uhr | 3 mal gelesen

Wenn Menschen im Rheinland das Wort 'Samstag' hören, denken viele erstmal an Fußball und ans Radio. Kaum jemand hat dieses Ritual so geprägt wie Dietmar Schott. Über 40 Jahre lang war Schott für den WDR tätig – zunächst als Sportredakteur, später auch als wortgewandter Moderator von 'Sport und Musik', der Kultsendung, bei der die Bundesligakonferenz geboren wurde. Dr. Katrin Vernau, Chefin des WDR, bezeichnete ihn jüngst als 'Hörfunk-Legende' und als jemanden, der Leidenschaft mit Ausgewogenheit zu verbinden verstand. Trotzdem war Schott nie nur Fußball-Mann: Pferdesport, Basketball, Olympia – seine Begeisterung war ansteckend und wirkte über das Mikrofon hinaus. Geboren 1937 in Köln, zog es ihn als Kind nach Hamburg. Dort startete er mit 'Der Jazzer' seine publizistische Laufbahn, bevor er zum NDR wechselte. Nach seiner Rückkehr in die Domstadt 1962 folgten über 2.000 Radiosendungen, zahlreiche Fernsehauftritte und legendäre Reportagen, von Trabrennen bis Derby, von Olympia bis Bundesliga. Kein Wunder, dass er sich selbst als 'Kind der Bundesliga' bezeichnete. Als 1988 Kurt Brumme in Rente ging, trat Schott dessen Nachfolge als Sportchef an. Aus dem Rampenlicht verabschiedete er sich 2002, aber nicht aus der Branche: Auch als Pensionär publizierte er, wie etwa in seinem 2008 erschienenen Buch über die Fußball-Ikone Willi 'Ente' Lippens. Erwähnenswert: Die Jury ehrte Schott mit dem 'Herbert-Zimmermann-Preis', international wurde ihm in Neuseeland ein 'Weltpreis' verliehen – ein kurioser Name für einen schönen Erfolg. Man kann von ihm sagen: Er hat den Sportjournalismus in Deutschland mit Herz und Verstand mitgeschrieben.

Dietmar Schott, geboren 1937 in Köln, hat in mehr als vier Jahrzehnten die Radioberichterstattung rund um Sport in Deutschland geprägt und ist insbesondere als einer der Schöpfer der Bundesliga-Konferenz bekannt geworden. Seine Arbeit zeichnete sich durch eine seltene Verbindung von Emotionalität und Objektivität aus, weshalb sowohl Kollegen als auch Hörer ihn schätzten. Auch nach seinem offiziellen Ausscheiden blieb Schott der Medienwelt durch Bücher und Beiträge erhalten und wirkte als Vorbild für nachfolgende Sportjournalistengenerationen. Neuere Berichte zum Thema Sportmoderation und Medienlandschaft zeigen, dass sich die Anforderungen an Sportjournalist:innen in Zeiten von Podcasts, Social-Media-Livestreams und KI-gestützten Kommentaren rasant verändern. Die Bedeutung von Persönlichkeiten wie Schott, die authentische Stimme und Wissen vereinten, wird im Rückblick – und gerade im Vergleich zu manch glattgebügeltem Medienformat heute – umso deutlicher. Schotts Wirken wirkt nach: Die ARD-Bundesligakonferenz ist bis heute für viele ein fester Bestandteil jedes Fußballsamstags, und sein Ansatz, journalistische Distanz und Begeisterung zu verbinden, gilt als Vorbild in einer zunehmend fragmentierten Radiolandschaft.

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