Siemens bekommt neuen Aufsichtsratschef: Mark Schneider auf Kurs

Im Vorfeld des bevorstehenden Wechsels an der Spitze des Siemens-Aufsichtsrats erhält der designierte Chefkontrolleur Mark Schneider Rückhalt von Jim Hagemann Snabe und Nathalie von Siemens.

heute 17:00 Uhr | 2 mal gelesen

Jim Hagemann Snabe beschrieb Schneider im Gespräch mit dem "Handelsblatt" als perfekten Kandidaten für den Vorsitz des Siemens-Aufsichtsrats: engagiert, mit frischem Blick und erstaunlich schnell angekommen. Seit rund anderthalb Jahren im Gremium, kennt Schneider laut Snabe nicht nur die Abläufe, sondern habe sich auch mit der Unternehmensidentität vertraut gemacht. Am Dienstag hatte der Siemens-Aufsichtsrat die Personalie offiziell auf der Tagesordnung und stellte damit die Weichen für Schneiders Amtsübernahme nach der Hauptversammlung 2027 – einer der symbolträchtigsten Posten in Deutschlands Industriezirkus. Offenheit gab es allerdings auch, was seine fehlende Technik-Expertise betrifft – Snabe selbst sieht darin weniger ein Problem und vertraut auf die geballte Technologiekompetenz anderer Aufsichtsräte. Schneider, mit seiner Erfahrung als Ex-Nestlé-CEO, sei vielmehr ein Meister der Transformation denn ein Technik-Guru, und das passe in die jetzige Phase des Unternehmens. Zweifel aus Kreisen der Gründerfamilie, wie sie kürzlich im 'Manager Magazin' kolportiert wurden, wischte Nathalie von Siemens im Interview vom Tisch: Das Vertrauen in die Strukturen und ausgewählten Führungspersonen – gerade auch in Schneider – sei ungebrochen. Sie selbst gibt nach zwölf Jahren aus Prinzipien der guten Governance ihr Mandat ab; als ihr Nachfolger rückt Christoph von Seidel nach. Für den Technologie-Input im Gremium soll künftig Ola Rollén sorgen, der nach Jahren als Hexagon-CEO jede Menge Digital-Know-How mitbringt. Außerdem erweitert Marion Helmes die Runde der Kontrolleure.

Mit dem Wechsel an der Spitze des Siemens-Aufsichtsrats kommt Mark Schneider, bislang einfaches Mitglied und ehemaliger Vorstandschef von Nestlé, zum Zug – voll unterstützt von Vorgänger Jim Hagemann Snabe und der Familie von Siemens. Während Schneider selbst kein klassischer Technik-Spezialist ist, soll dieses Wissen künftig mehr von anderen, wie etwa Ola Rollén, eingebracht werden; das Gremium setzt also gezielt auf eine Kombination unterschiedlicher Fähigkeiten. Aufsichtsrätin Nathalie von Siemens, die ausdrücklich Rückhalt für Schneider signalisiert, zieht sich nach zwölf Jahren zurück – ihr Platz geht an einen weiteren Vertreter der Gründerfamilie, während auch Marion Helmes neu hinzukommt. Erweitert: In aktuellen Berichten wird betont, wie wichtig Stabilität im Aufsichtsrat großer Industrieunternehmen wie Siemens angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit und des Wandels durch Digitalisierung und Nachhaltigkeitsziele ist. Die personellen Veränderungen im Aufsichtsrat spiegeln einen Trend wider, Expertise gezielt zu ergänzen und gleichzeitig auf bewährte Führungserfahrung zu setzen – vor allem, um den laufenden Transformationsprozess nicht zu gefährden. Im Zentrum der Berichterstattung stehen die Erwartungen an Schneider als „Übergangsdirigenten“ zwischen Bewahren und Aufbruch: Es wird beobachtet, ob er die Herausforderungen rund um Dekarbonisierung, globale Lieferkettenprobleme und technologische Innovationskraft meistern kann.

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