Ein kurzer Blick auf die nackten Zahlen: Laut Statistischem Bundesamt ist der bereinigte Auftragsbestand im deutschen verarbeitenden Gewerbe im Januar 2026 leicht (um 0,4 Prozent) gesunken. Zugegeben, das klingt fast nebensächlich. Aber steckt häufig mehr dahinter, als man denkt. Überraschend ist: Gegenüber Januar 2025 liegt der Bestand sogar satte 6,6 Prozent höher – also jammern auf hohem Niveau? Besonders ins Gewicht fiel diesmal die Flaute bei Autoproduzenten (minus 4,5 Prozent) und bei elektrischen Ausrüstern (minus 3,2 Prozent). Aufhellend wirkte wiederum ein Zuwachs von 2,7 Prozent im sonstigen Fahrzeugbau, zu dem Flugzeuge, Schiffe und Züge gehören – irgendwie faszinierend, wie sich einzelne Nischen gegen den Trend stemmen. Wenn man genauer hinsieht: Aufträge aus Deutschland selbst gingen nur minimal zurück (minus 0,1 Prozent), die Auslandsnachfrage etwas deutlicher (minus 0,7 Prozent). Hersteller von Investitionsgütern blieben stabil. Im Segment der Vorleistungsprodukte sank der Bestand marginal um 0,3 Prozent, während Konsumgüterhersteller einen ordentlichen Dämpfer von 8,5 Prozent einstecken mussten. Die Reichweite der offenen Aufträge – also wie lange ein Betrieb allein mit der Abarbeitung der Bestellungen beschäftigt wäre – stieg übrigens leicht auf 8,3 Monate an. Besonders bei Investitionsgütern ist das mit nun 11,5 Monaten eine beachtliche Schallmauer. Am unteren Ende schwächeln die Konsumgüter mit 3,6 Monaten Reichweite.
Der Gesamtbestand offener Aufträge in der deutschen Industrie ist zu Beginn des Jahres 2026 leicht gesunken. Die Ursachen liegen vor allem in einer schwachen Automobil- und Elektroindustrie; ausgerechnet der sonstige Fahrzeugbau brachte noch Zuwächse. Binnen Jahresfrist bleibt die Entwicklung jedoch positiv, was auf stabile Investitionen – etwa bei Maschinen oder Industrieanlagen – hindeutet. Die aktuelle wirtschaftliche Lage ist von einer schwierigen globalen Gesamtkonjunktur geprägt: Lieferketten sind zwar robuster als noch 2022-23, doch Investitionsentscheidungen bleiben zögerlich – unter anderem wegen geopolitischer Unsicherheiten und hoher Zinsen. Laut jüngsten Medienberichten herrscht außerdem in vielen Firmen eine große Unsicherheit hinsichtlich zukünftiger Energiepreise und politischer Rahmenbedingungen. Trotz sinkender Aufträge in manchen Sektoren bleibt der Bearbeitungsrückstand hoch genug, um größere Einbrüche kurzfristig zu verhindern. Prognosen rechnen mit einer vorsichtigen Stabilisierung, allerdings steigt der Anpassungsdruck für Unternehmen, die von internationalen Märkten und Energiepreisen abhängen. Die wirtschaftliche Stimmung schwankt zwischen vorsichtigem Optimismus und latenter Sorge – ein klassisches Dilemma in Zeiten globaler Umbrüche.