Steuern: Ab wann wird Entlastung wirklich wahrgenommen? Forsa-Umfrage bringt überraschende Details ans Licht

Erst wenn im Monat mindestens eine dreistellige Summe winkt, spüren die meisten Deutschen laut einer aktuellen Forsa-Erhebung die Erleichterung bei den Steuern – kleine Beträge lösen kaum Jubel aus.

heute 14:54 Uhr | 1 mal gelesen

Irgendwie ist es ja kein Geheimnis: Wer aufs Geld schauen muss, merkt erst ab einer gewissen Höhe, wenn bei den Steuern der Druck nachlässt. Eine neue Umfrage – angestoßen durch RTL und ntv, durchgeführt von Forsa – zeigt nun recht deutlich, wie hoch dieser Schwellenwert liegt. Rund ein Drittel der Befragten sagt, erst ab 100 Euro weniger im Monat könne man von einer wirklichen Entlastung sprechen. Etwa genauso viele veranschlagen sogar 250 Euro als Mindestbetrag, und ein beachtlicher Teil – knapp jeder Fünfte – sieht Entlastung überhaupt erst dann, wenn der monatliche Vorteil noch darüber liegt. Lediglich 5 Prozent, so ein Randaspekt der Studie, geben sich bereits mit 50 Euro zufrieden. Ganz interessant (und vielleicht auch typisch deutsch?): Die politischen Vorlieben färben recht deutlich die Wahrnehmung, vor allem bei Anhängern der AfD. Dort ist die „Schmerzgrenze“ nach oben verschoben – vier von zehn wollen mindestens 250 Euro monatlich zusätzlich im Geldbeutel sehen, bevor sie „Entlastung“ empfinden. Überraschend dagegen: Ost-West-Gefälle oder Spreizungen zwischen den Gehaltsklassen? Fehlanzeige! Bei diesen Gruppen ist das Empfinden beinahe identisch. Über 1.000 Menschen aus ganz Deutschland wurden am 30. April und 4. Mai dazu befragt – also relativ frisch und quer durch die Bevölkerung.

Die aktuelle Forsa-Umfrage, initiiert von RTL und ntv, verdeutlicht, dass steuerliche Entlastung von der Bevölkerung erst ab einem Betrag von 100 Euro monatlich mehrheitlich als wirkungsvoll empfunden wird. Während die politische Ausrichtung der Befragten spürbare Unterschiede beim gewünschten Entlastungsbetrag zeigt – mit höheren Erwartungen besonders unter AfD-Anhängern –, sind Abweichungen zwischen Ost- und Westdeutschland sowie zwischen Einkommensklassen erstaunlich gering. Neuere Recherchen stützen die Umfrageergebnisse und zeigen, dass die steuerliche Belastung und Entlastung weiterhin ein polarisierendes Dauerthema in Politik und Gesellschaft bleiben, wobei viele Bürger kleine Verbesserungen als kaum relevant für ihre Lebensqualität wahrnehmen.

Schlagwort aus diesem Artikel