Van der Bellen wirbt in Wien für objektiven Journalismus: 40. MINDS-Konferenz feiert Kooperationsgeist der Nachrichtenagenturen

Wien – Zum Anlass des 80-jährigen Bestehens der APA versammelten sich VertreterInnen aus über 27 Ländern zur MINDS-Konferenz in Wien. Alexander Van der Bellen betonte dabei die essenzielle Rolle unabhängiger Nachrichtenagenturen für eine funktionierende Demokratie—während Tech-Giganten und Fake News die Branche herausfordern.

heute 13:00 Uhr | 2 mal gelesen

Stellen Sie sich vor: Ein Saal voller NachrichtenmacherInnen aus aller Welt, mitten in Wien – die ehrwürdige APA feiert ihr 80-jähriges Bestehen und lädt zur 40. Auflage der MINDS-Konferenz. Man merkt schnell, dass es hier nicht bloß um nostalgische Rückblicke geht: Vielmehr wurden aktuelle (und unbequeme) Fragen rund um Zukunft, Ethik, Technik und Finanzierung von seriösem Journalismus verhandelt.

Unabhängigkeit? Dringender denn je.
Angesichts einer Informationsflut, in der Wahr und Falsch oft wie Zwillinge daherkommen, war das große Thema: Wie können Nachrichtenagenturen glaubwürdige, faktenbasierte Berichterstattung sichern? Bundespräsident Van der Bellen war überzeugt: Ohne Wahrhaftigkeit droht die Informationsgesellschaft aus den Fugen zu geraten – und setzte auf einen leisen Optimismus: „Am Ende siegt die Wahrheit.“ Schön wär's, könnte man einwerfen, denn ständig schieben Algorithmen und Filterblasen neue Steine in den Weg.

Gemeinsam gegen Giganten
APA-CEO Clemens Pig hob in seiner Rede die Idee gemeinschaftlicher Modelle hervor: Die APA selbst ist als Genossenschaft seit Jahrzehnten ein Gegenentwurf zu monopolistisch agierenden Digitalkonzernen. Gerade im KI-Zeitalter, in dem Inhalte maschinengefiltert, verdreht oder kopiert werden können, sei Vertrauen – und die Fähigkeit zur Zusammenarbeit – das stärkste Pfund: geteilte Datenpools, saubere Metadaten, Qualitätskontrolle.

Die eigentliche Spannung war fast zu spüren, als Nikita Roy in ihrer Keynote über Künstliche Intelligenz und Journalismus philosophierte. Was bedeutet es, wenn Agenturen nicht mehr bloß „technische Zulieferer“ sind, sondern sich zum zentralen Intelligenz-Anbieter mausern? Wer entscheidet, welche Nachrichten ein Algorithmus weiterverarbeitet? APA-Chefredakteurin Maria Scholl stellte die APA[2]AI-Strategie vor—die Schnittstelle zwischen traditionellem Journalismus und der Zukunft der Medien.

Was ist MINDS International?
MINDS („Mobile Information News Data Services“) verbindet seit 2007 führende Nachrichtenagenturen global miteinander. Wissensaustausch, technologische Innovation und gegenseitige Stärkung stehen dort im Mittelpunkt – eine Art internationale Wohnzimmeratmosphäre für Medienprofis.

APA in Kürze
Die APA funktioniert als Genossenschaft im Besitz österreichischer Tageszeitungen und des ORF. Neben klassischer Nachrichtenarbeit bietet sie digitale Lösungen und Technik-Expertise, um Redaktionen fit für morgen zu machen.

Weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten gibt es bei:
APA – Austria Presse Agentur
Petra Haller (Unternehmenskommunikation)
Tel: +43 (0)1 360 60-5710
E-Mail: kommunikation@apa.at
Website: www.apa.at

Originalmeldung

Bei der 40. MINDS-Konferenz in Wien, die zugleich das 80-jährige Jubiläum der APA feierte, diskutierten über 100 Führungskräfte aus mehr als 27 Ländern die Herausforderungen des modernen Journalismus. Wichtige Themen waren neben der Rolle unabhängiger Nachrichtenagenturen in einer durch Algorithmen und Fake News fragmentierten Informationslandschaft, auch die Chancen und Risiken von Künstlicher Intelligenz für die Glaubwürdigkeit und Finanzierung von Nachrichten. Vertieft wurde der Gedanke kooperativer Modelle unter Medienhäusern, um gegen die wachsende Marktmacht von Tech-Giganten bestehen zu können; dabei wurde etwa von der APA die Weiterentwicklung zur „Intelligence-Provider“-Rolle und neuen Formen KI-gestützter Nachrichtenproduktion vorgestellt.

Neuere Recherchen zeigen, dass derzeit weltweit Nachrichtenagenturen massiv in KI-Technologien investieren, um sowohl individuelle Nachrichtenfilter als auch Verifikationsdienste anbieten zu können. In der Debatte stehen außerdem Bedenken rund um Desinformation, fehlende Transparenz bei KI-Systemen sowie die Gefahr, dass traditionelle Nachrichtenwerte unter automatisierter Produktion leiden. Demgegenüber wachsen die Bemühungen, öffentlich-rechtliche und genossenschaftliche Strukturen im Informationsmarkt zu stärken – vor allem um gesellschaftliches Vertrauen und Medienvielfalt zu erhalten.

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