Zwischen den Fronten: Deutschlands Dilemma im Konflikt USA-Iran

Ein Windhauch reicht, und die fragile Lage am Persischen Golf droht erneut zu kippen. Was tun, wenn die Weltmächte streiten, aber die Auswirkungen bis an die deutschen Zapfsäulen schwappen?

heute 15:48 Uhr | 2 mal gelesen

Die angespannte Atmosphäre rund um die Straße von Hormus hat in den letzten Tagen schon fast ihre eigene Schwere bekommen – als würde jeder diplomatische Stillstand das Wiegen in einer Warteschleife verlängern. US-Präsident Trumps Ultimatum an den Iran liegt auf Eis – niemand weiß, wann und wie es weitergeht. Während Politiker in Berlin zwischen 'nicht unser Krieg' und 'unser handfestes Problem' abwägen, spüren viele in Deutschland die Folgen bereits im Geldbeutel: steigende Spritpreise, Lieferengpässe und eine andere, schwer zu greifende Unsicherheit. Ist Europa bei so etwas jemals wirklich neutral? Ganz abgesehen von dem lauten Schweigen, das aus Washington zu hören ist, wird über einen militärischen Schutz der Seeroute diskutiert – was bedeuten solche Gedankenspiele für uns Bürgerinnen und Bürger? Wer übernimmt die Verantwortung für Deutschlands Rolle im geopolitischen Schachspiel? Diesen Fragen stellt sich 'Caren Miosga' mit einer herausfordernden Gästerunde: Hubertus Heil (SPD, Außenexperte), die Sicherheitsanalystin Claudia Major, die mit klarem Blick auf transatlantische Beziehungen schaut, Natalie Amiri, die als Journalistin schon oft mitten im Nahost-Gewitter stand, und Bojan Pancevski vom Wall Street Journal, der Brüssel und Washington gleichermaßen im Blick hat. Man darf gespannt sein, ob dabei echte Antworten – oder neue Unsicherheiten – im Raum stehenbleiben.

Das Thema „USA gegen Iran – nicht unser Krieg, aber unser Problem?“ gewinnt aktuell an Brisanz: Die USA und der Iran liefern sich weiterhin einen diplomatischen Schlagabtausch. Inzwischen geht es um weit mehr als nur politische Manöver. Die wirtschaftlichen Auswirkungen bekommen besonders europäische Länder zu spüren. Laut aktuellen Berichten ringen EU-Staaten um eine gemeinsame Linie, weil die Auswirkungen des Konflikts Preise für Öl und Lebensmittel nach oben treiben und Lieferketten weiter gestört bleiben. In mehreren Leitmedien wurde betont, dass europäische Regierungen vor einer schwierigen Gratwanderung stehen: Einerseits wollen sie nicht blind amerikanischen Druck ausgesetzt sein, andererseits sind sie von einer Beruhigung der Lage wirtschaftlich und sicherheitspolitisch direkt abhängig. Währenddessen fordert das deutsche Außenamt mehr Souveränität bei Krisenreaktionen – zugleich gibt es Stimmen, die vor einer zu großen Distanz zu den USA warnen. Einig ist man sich darüber, dass für Verbraucher alles teurer wird, wenn in der Meerenge am Persischen Golf keine Entspannung eintritt.

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